Ingolstadt: Die Brennpunkte junger Seelen
Junges Bewegungstheater: In "Hotspot" geht es um heiße Themen wie Leistungsdruck, Mobbing und Cyberlife. 80 Jugendliche stellen unter der künstlerischen Leitung von Georg Sosani dar, welche Erfahrungen sie damit machen. Derzeit wird täglich geprobt, Premiere des Stückes ist am 11. Juli. - Foto: Hammer
Ingolstadt

Gestern startete die heiße Phase der Proben. 80 Jugendliche sind dabei.

Statt baden zu gehen, Bewegungstheater proben: Wer bei diesem herrlichen Sommerwetter in die Fronte 79 statt ins benachbarte Freibad geht, der muss schon richtig brennen. Feuer und Flamme für ihr Stück sind die Jugendlichen in der Tat - das spürt man vom ersten Augenblick an, wenn Choreograf Georg Sosani alle zusammentrommelt und höchste Konzentration fordert.

Die Begeisterung rührt sicherlich auch daher, dass "Hotspot" drei heiße Themen aufgreift, die junge Menschen heutzutage beschäftigen. Das Stück handelt von Leistungsdruck, Mobbing und Cyberlife. Fast jeder Jugendliche hat schon Erfahrungen damit gesammelt - auch Joan-Mara aus der Gotthold-Ephraim-Lessing-Mittelschule. Die 14-Jährige fühlte sich schon gemobbt wegen ihrer Figur. "Die haben mir die Tür vor der Nase zugehauen." Sie erzählt, dass sie nachts ihr Handy abgeben muss. Und manchmal auch tagsüber, "wenn ich mich schlecht benommen habe". Dass ihre Eltern auch kontrollieren, was bei ihr auf Facebook so läuft, findet Joan-Mara gut: "Dadurch fühle ich mich sicherer."

Sosani, künstlerischer Leiter, will die drei Themenkomplexe in "Hotspot" nicht als Probleme darstellen, aber die jungen Akteure und Zuschauer durchaus zum Nachdenken anregen. In einer Szene tanzen die Jugendlichen alle wild und haben Spaß miteinander. Plötzlich ertönt das typische Benachrichtigungssignal eines Handys - und sofort gehen alle auseinander und jeder schaut nur noch auf sein Display.

Mittelschüler, Gymnasiasten und Audi-Lehrlinge sowie Jugendliche mit Behinderungen proben jetzt täglich, nächste Woche kommen noch Gäste aus Ingolstadts Partnerstädten dazu. Premiere ist am 11. Juli, eine zweite Vorstellung am 12. Juli, jeweils ab 19.30 Uhr im Festsaal des Stadttheaters. Karten gibt es ab sofort an den üblichen Vorverkaufsstellen.