Ingolstadt: Intelligenter manövrieren
Punktgenau Material liefern mithilfe hochauflösender Scanner: das Audi-Laser-Tracking-System im Einsatz. Rainer Halmheu hat es für seine Doktorarbeit an der THI entwickelt. - Foto: Audi
Ingolstadt

Die Transportplattformen, die Teile und Behälter intelligent zu ihrem jeweiligen Einsatzort in der Produktion steuern, sind über Funk mit einem zentralen Rechner verbunden. Dieser ortet die Transportplattformen anhand von eingebauten Reflektorstäben über einen hochauflösenden Laserscanner, erkennt ihre exakte Position im Raum und erteilt ihnen per Funk Befehle zum Manövrieren - so erläutert die THI die Entwicklung des Doktoranden Rainer Halmheu. Bei diesem Ansatz sind die komplette Sensorik und Intelligenz in die Umgebung integriert, die Transportplattformen können somit "kompakt, energiesparend und kostengünstig ausgelegt werden". Halmheus Erfindung, das "Audi-Laser-Tracking-System", ist das erste fahrerlose Transportsystem, bei dem die Plattformen auch dann mit einem Laserscanner exakt geortet und gesteuert werden können, wenn mehrere von ihnen hintereinanderstehen oder -fahren. Bei bisherigen Transportsystemen verdeckten die vorderen Plattformen die hinteren, deren Position deshalb nicht sicher bestimmt werden konnte.

Rainer Halmheus fahrerlose Transportplattformen messen 80 mal 120 Zentimeter und lassen sich auf dem heutigen Entwicklungsstand in einem Radius von 19 Metern dirigieren. Sie bewegen sich mit etwa sechs Kilometern pro Stunde fort. Das entspricht in etwa dem Tempo eines Fußgängers.

Für seine Entwicklung hat Halmheu den Erfinderpreis der Audi-Technologieentwicklung erhalten. An der THI wird er von Johann Schweiger, Professor für Technische Informatik und Ingenieurmathematik, betreut. Vor seiner Promotion studierte Halmheu an der THI zunächst Elektro- und Informationstechnik (Bachelor).