Ingolstadt: Taschenspieler verzaubern Einkaufsbummler
Foto: Tanja Stephan
Ingolstadt

Gemäß des Mottos "Straßenzauberkunst" nutzten sie dabei vor allem schlichte Requisiten.

Ein weißer, mit Helium gefüllter Luftballon oder eine Getränkedose waren beispielsweise Jens Keidels Hilfsmittel, die er nach und nach seiner schwarzen Tasche entnahm. Für einen Seiltrick holte der Zauberer aus dem gebannten Publikum auf der Plaza Christian und Vitus auf die Bühne, die ihn fesseln durften. "Ich habe fünf Sekunden Zeit, um mich zu befreien", sagte er und versprach den Buben Freikarten für eine Veranstaltung ihrer Wahl, falls er es nicht schaffen sollte. In seiner Weste stemmte sich Keidel mit aller Kraft gegen das Seil, während das Publikum die Zeit herunterzählte - und siehe da, schon hielt der losgelöste Zauberer das Seil in einem Stück in der Hand.

Als Trostpreis erhielten Christian und Vitus eine Luftballonfigur, bevor Keidel einen weiteren schwarzen, länglichen Ballon aufblies und einen Schwertschlucktrick ankündigte. "Kiefer entspannen, und dann ganz langsam schlucken", gab er seine Taktik preis, bevor der Luftballon scheinbar langsam in seinem Hals verschwand. "Ein bisschen hat er bestimmt geschummelt", vermutete die sechsjährige Elisabeth aus Manching hinterher. Ein "ganz kleines bisschen" glaube sie aber doch an Magie.

Einen Stock darüber beeindruckte Frank Grabowski sein Publikum. Vor allem die Kinder waren begeistert, als er eine Münze nach der anderen aus ihren Ohren hervorzauberte. Bei Lina klimperten die Geldstücke sogar aus dem Pullover oder den Schuhen in eine Blechdose. Und Valentina konnte es gar nicht glauben, als aus einem kleinen roten Ball in ihrer Hand plötzlich zwei wurden. "Das geht aber nur mit dem Zaubersalz", verriet Grabowski, der vorher ein unsichtbares Pulver verstreut hatte.

Am Ende durften die Erwachsenen mitmachen und ihre Namen auf Spielkarten schreiben. "Was ich jetzt zeige, ist die magische Bewegung", sagte Grabowski und strich mit einem zischenden Geräusch über den Kartenstapel. Wundersamerweise landeten die beschrifteten Karten in seinen Hosentaschen und in seiner Geldbörse, eine hustete er gar hervor. Da half es auch nichts, dass er den Kniff ganz langsam mit einem Zeugen an seiner Seite wiederholte - das Publikum schaffte es nicht, ihn zu durchschauen. Ein Zauberer verrät seine Tricks eben nie.