Ingolstadt: Eine Bühne für den Sprechgesang
Neues Leben für ein Genre: Zusammen mit Initiator Kilian König will David Krebs (im Bild) von der Eventhalle wieder die Hip-Hop-Szene in Ingolstadt und der Region befeuern und mit Konzerten beglücken. - Foto: Bird
Ingolstadt

"Hip-Hop war in den letzten Jahren in Ingolstadt nicht so gut vertreten", meint David Krebs. Der 44-Jährige ist Geschäftsführer der Eventhalle am Westpark und schon seit 16 Jahren im hiesigen Veranstaltungsgeschäft - ein Kenner der Ingolstädter Szene. Deshalb sei die Idee entstanden, eine Hip-Hop-Reihe zu etablieren, denn das hätte in letzter Zeit ein bisschen gefehlt. Treibende Kraft dahinter war allerdings der 21-jährige Kilian König, selbst großer Hip-Hop-Fan.

Das ambitionierte Vorhaben der beiden Ingolstädter beginnt am kommenden Freitag mit dem Künstler Shindy, dem "Ziehsohn von Bushido", wie Krebs den Headliner bezeichnet. Allen Laien versichert der Veranstalter, dass Shindy "schon eine Nummer" in der Szene sei. Im vergangenen Jahr sorgte der Musiker mit seiner Autobiografie "Der Schöne & die Beats", die auf Platz eins der "Spiegel"-Bestsellerliste einstieg, auch abseits der Bühne für Aufsehen.

Neben Shindy werden am Freitag auch regionale Künstler auftreten, wie etwa der Lentinger Marko Leano, der mittlerweile schon beachtliche Charterfolge feiern konnte. Auch Basement Performing Arts, ein Ingolstädter Tanzstudio, wird den Gästen mit einer Aufführung einheizen. "Das ist kein Konzert!", betont Veranstalter David Krebs. Vielmehr handle es sich um eine Club-Show, wie es in der Hip-Hop-Szene üblich ist. Oft treten die Künstler in Discotheken auf, am Freitag wird in der Eventhalle am Westpark Platz für 800 Gäste sein. Etwa gegen 0.30 Uhr sei der Headliner Shindy zu erwarten.

Zwar beginnt die Reihe am Freitag mit dem Deutschrapper als Stargast, doch das vorläufige Highlight wird der Besuch von Kay One sein. Der thronte vergangene Woche noch gemeinsam mit DSDS-Promi Pietro Lombardi an der Spitze der Deutschen Single-Charts, am 10. November kann man den gebürtigen Friedrichshafener, der eigentlich Kenneth Glöckler heißt, bei Blackout live erleben.

Ironisch an der Sache ist, dass Kay One seit dem Krach mit Bushido vor fünf Jahren auch mit Shindy (beide vom Label "ersguterjunge") auf Kriegsfuß steht. Fehden und Rivalitäten beleben jedoch das Geschäft - so wie es im Mutterland des Hip-Hop Gang und Gebe ist. Dass die beiden Streithähne jeweils die Plakate der Veranstaltungsreihe zieren, wird sie jedoch kaum stören.

Dass solche große Namen wegen der hohen Antrittsgagen auch ein gewisses Risiko bergen, ist Veranstaltungsprofi Krebs durchaus bewusst: "Wenn Künstler auf Platz eins der Charts sind, dann hat das seinen Preis", gibt er sich jedoch pragmatisch. Sein Mitstreiter König und er seien jedoch bereits auf der Suche nach weiteren Künstlern für die Hip-Hop-Reihe.

Für alle, die am Freitag den Auftakt von Blackout miterleben möchten, gibt es noch Karten für 22 Euro. Es wird auch eine Abendkasse für 27 Euro geben, Beginn ist ab 21 Uhr. Alle weiteren Informationen gibt es unter www.eventhalle-westpark.de.