Ingolstadt: Gas geben gegen Gewalt
Geschafft: Nach 200, 400 oder 1500 Metern überquerten die jungen Sportlerinnen und Sportler freudestrahlend die Ziellinie des Kids for Kids-Run. Die Startgebühren des Laufs am Tag vor dem Ingolstädter Triathlon kommen einem wohltätigen Zweck zugute. - Foto: Hammer
Ingolstadt

Der Kids for Kids-Run ist wohl einer dieser Läufe, bei denen die Zuschauer nervöser als die Sportler selbst sind. Doch bei aller verständlicher Nervosität der Eltern: Sie können richtig stolz auf ihre Kinder sein. Denn die Mädchen und Buben haben bei heißen Temperaturen auf der Laufstrecke alles gegeben. Die Startgebühr für den Lauf ist für einen guten Zweck, nämlich für ein Projekt gegen häusliche Gewalt.

Es ist mittlerweile das vierte Mal, dass der Kids for Kids-Run im Rahmen des Triathlons ausgetragen wird. Veranstalter waren in diesem Jahr der Serviceclub Soroptimist International Club Ingolstadt und der Dinopark Altmühltal, der für die jungen Sportler grüne T-Shirts mit Dinosauriern parat hatte. Es gab drei verschiedene Distanzen: 200 Meter (für die Jahrgänge 2011 bis 2013), 400 Meter (für die Jahrgänge 2008 bis 2010) und 1500 Meter (für die Jahrgänge 2005 bis 2007).

Im Vorfeld des Laufes hatten die Veranstalter bekanntgegeben, dass der 800-Meter-Lauf, den es vor einem Jahr noch gegeben hatte, auf 1500 Meter erweitert wurde. Die eineinhalb Kilometer sollten nun "etwas anspruchsvoller sein". Aber besonders die 200-Meter-Strecke schien es den ganz jungen Läufern angetan zu haben. Der Lauf musste in zwei Gruppen aufgeteilt werden, da es für einen Lauf nach Angaben des Organisationsteams "einfach zu viele Anmeldungen" gab.

Eine Viertelstunde vor dem Start des ersten Rennens um 15 Uhr füllte sich der Start- und Zielbereich merklich. "Onkel Gerhard ist da (Gerhard Budy, Mitglied des Organisationsteams, Anm. d. Red.)", schallt es durch eine große Lautsprecheranlage. "Er wird euch den Weg weisen, Kinder." Unter ihnen ist der kleine Noel, der ganz keck kurz vor dem Start sagt: "Es geht zwar um den Spaß. Aber ich möchte schon auch gewinnen."

200 Meter sind gleich geschafft. Ein blondes Mädchen läuft unter großem Jubel als Erste ins Ziel. Sie und alle anderen jungen Sportler sind mit großem Eifer bei der Sache. Dass drei kleine Kinder kurz vor dem Ziel das Laufen einstellen, sorgt zuerst für Geschmunzel am Streckenrand.

Das Kichern unter den Zuschauern wandelt sich aber schnell wieder in Anfeuerungsrufe um, und so schaffen es auch alle Mädchen und Buben ins Ziel. "Uns war es besonders wichtig, dass die Kinder durch das echte Ziel, durch das auch die Großen am Sonntag laufen, durchkommen und so den Jubel aufsaugen können", sagt Soroptomist-Sprecherin Marieke Hoffmann.

Wie bei den Erwachsenen warten im Ziel Medaillen, Preise und Erfrischungen. Kühle Getränke, Bananen, Wassermelonen, Äpfel helfen nach dem anstrengenden Lauf, wieder zu Kräften zu kommen. Das gefällt auch Noel, der sich seinen Wunsch erfüllt hat und das Rennen in seiner Altersklasse gewann. "Ich bin zufrieden, wie es gelaufen ist", sagt er. Hätte man seinem Grinsen aber ohnehin ablesen können. Alle Teilnehmer des Kids for Kids-Run dürfen sich am Samstag als Gewinner fühlen. Denn acht Euro Startgebühr kommen einem karitativen Zweck zugute. Nämlich dem Projekt "PräGe - Für unsere Jugend, gegen häusliche Gewalt".

Das Programm ist für Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen aller Schultypen in Ingolstadt gedacht. Als Dankeschön erhielten alle jungen Läufer am Samstag eine Teilnehmerurkunde. Sie haben sich bei den sommerlichen Temperaturen nicht auf die faule Haut gelegt, sondern stattdessen ein starkes Zeichen gesetzt und auf der Laufstrecke gegen Gewalt Gas gegeben.