Früher gab es in Ingolstadt am Rosenmontag den Fechterball. Das ist lange her. Doch der vom MTV ins Leben gerufene Maskenball hat bei alteingesessenen Ingolstädtern immer noch Kultstatus. Die Bürgergemeinschaft will ihn nun sozusagen neu beleben. "Fechterball Reloaded" heißt es auf der Facebook-Seite der BGI. Wie deren Stadtrat Christian Lange gestern auf Anfrage sagte, lädt die BGI am Rosenmontag, 12. Februar 2018, in den Spiegelsaal des Kolpinghauses zum Maskenball. "Wir haben gehört, wie viele alte Ingolstädter vom Fechterball erzählt haben", sagt Lange. So reifte der Plan, eine Art Neuauflage zu organisieren. Wie bei den anderen großen Bällen gibt es auch beim Rosenmontagsball der BGI Tisch- und Flanierkarten.

Die BGI ist damit in dieser Faschingssaison - neben der Schanzer Nacht der CSU am 3. Februar - die einzige Partei, die in Ingolstadt einen Ball ausrichtet. Denn der SPD-Ball, einst aus dem Ingolstädter Veranstaltungskalender in der Faschingszeit nicht mehr wegzudenken, fällt auch in diesem Jahr aus, wie Ballorganisator Klaus Mittermaier und der Ingolstädter SPD-Vorsitzende Christian De Lapuente bestätigen. Bereits in den Vorjahren hatte die Ingolstädter Ballnacht einige Male pausiert. Ein neues Organisationsteam hatte der Veranstaltung schon vor Jahren frischen Wind einhauchen sollen. Mehr Tanzfreiheit und Parteiprominenz, dafür weniger Programmfülle war 2010 angesagt. Vier Jahre später hieß es: zurück zu den Wurzeln. Das altbewährte Organisationsteam um Klaus Mittermaier und Sylvia Schwarz sollte den SPD-Ball aus der Krise führen. Der Erfolg blieb verhalten. In dieser Saison nehmen die Sozialdemokraten erneut eine faschingstechnische Auszeit. Es sei einfach "ein Draufzahlgeschäft", meint De Lapuente. Dass der Ball für immer gestorben sei, will er damit aber nicht sagen. Für 2018 soll es zumindest eine Alternative zur Ballnacht geben: einen Kabarettabend.

Die Ingolstädter Wirte sorgten ebenfalls für einen Paukenschlag: Wie berichtet, fällt 2018 der Gastronomenball aus. Jener Ball, der über viele Jahre hinweg als "Ball der Bälle" gefeiert wurde - und auch den örtlichen Friseuren stets ein Umsatzplus in die Kasse spülte. Perfektes Styling bei Frisur und Make-up war für die Besucherinnen des Gastroballs ein Muss. "Wir haben in den letzten Jahren schon gemerkt, dass das ein bisschen abflaut", sagt Teresa Scheitterer, die zusammen mit Karin Kavanagh den Salon Spitzenwerk betreibt. Am Montag hatte der Vorstand der Kreisstelle des Hotel- und Gaststättenverbandes in einer Mitteilung bekannt gegeben, dass der Gastronomenball in der laufenden Saison ausfällt. Er sei in den vergangenen Jahren ein Draufzahlgeschäft gewesen, der Kreisstelle fehlten die entsprechenden Mittel. Jutta Herzner-Tomei, bis 2015 stellvertretende Vorsitzende, will das so nicht stehen lassen. "Bei uns war das kein Verlustgeschäft", sagte sie dem DK. Es sei immer Geld übrig geblieben, das den Mitgliedern in Form von Veranstaltungen und Seminaren zugutegekommen sei. Herzner-Tomei sieht in der Begründung der jetzigen Vorstandschaft den unterschwelligen Vorwurf, "wir hätten das runtergewirtschaftet". 2015 hatte sie den Verband nach einem Streit ums Kongresshotel verlassen.

Ein weiterer, vor allem beim jungen Publikum beliebter Termin im Fasching erfährt ebenfalls eine Änderung: Die "Absolut Wiesn Party", von Manfred Enzersberger und Kbumm organisiert, soll laut Kbumm-Geschäftsführer Stefan Bösl am Faschingssamstag stattfinden, aber aus Kostengründen vermutlich nicht mehr im Stadttheater.

Freuen dürfen sich die Ingolstädter auf den Krönungsball der Narrwalla am 13. Januar. Der findet definitiv statt. Genau wie die Wiener Ballnacht des Symphonischen Salonorchesters am 27. Januar und der Faschingsball der Stadt Ingolstadt für Senioren am 23. Januar. Ab 14 Uhr kann im Festsaal des Stadttheaters zur Musik von C'est Ci Bon das Tanzbein geschwungen werden. Am 3. Februar steigt die Schanzer Nacht der CSU, am 12. Februar der Rosenmontagsball der BGI.