Mittwoch, 30.05.2012 |

 

08.02.2012 20:46 Uhr | 185x gelesen
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Ende einer guten Sache


Bild: Ende einer guten Sache. Ingolstadt Ingolstadt (DK) Zum Arzt, zur Kurzzeitpflege, zur Dialyse, zur Geburtstagsfeier – die Johanniter in Ingolstadt haben Patienten und Menschen mit körperlichen Einschränkungen seit fünf Jahren zuverlässig dort hin gefahren und wieder nach Hause gebracht. Ende März ist damit Schluss, Ersatz nur vage in Sicht.

Ingolstadt (DK) Zum Arzt, zur Kurzzeitpflege, zur Dialyse, zur Geburtstagsfeier – die Johanniter in Ingolstadt haben Patienten und Menschen mit körperlichen Einschränkungen seit fünf Jahren zuverlässig dort hin gefahren und wieder nach Hause gebracht. Ende März ist damit Schluss, Ersatz nur vage in Sicht.


Ingolstadt: Ende einer guten Sache
Bald Vergangenheit: Den Fahrdienst, bei dem auch nette Kontakte und Freundschaften entstanden sind, stellen die Johanniter Ende März ein - Foto: Herbert
Gerüchte gab es schon geraume Zeit, seit Montag ist es amtlich: Die Johanniter stellen Ende März den Fahrdienst in Ingolstadt ein. Bis 29. Februar nehmen sie noch Aufträge entgegen. „Der Preisdruck wurde immer größer, so dass der Johanniter-Fahrdienst nicht mehr kostendeckend angeboten werden konnte“, begründet Pressesprecherin Andrea Staub vom Regionalverband das Ende der guten Sache. Vor fünf Jahren ins Leben gerufen, fuhr der Dienst seit drei Jahren ein Defizit ein, „2011 einen hohen fünfstelligen Betrag“, erklärt Staub. Von rund 83 000 Euro spricht eine andere Quelle.

Dabei war das speziell ausgerüstete Fahrzeug im vorigen Jahr rund 2700 Mal unterwegs, an 365 Tagen im Schnitt sieben bis acht Mal. Die Kosten tragen die Krankenkassen, außer bei privaten Fahrten, mit einer Pauschale und Kilometergeld. Dafür gibt es Verträge. Doch die Erstattungen decken die Ausgaben nicht. Neun 400-Euro-Beschäftigte und eine Teilzeitangestellte verlieren ihren Job. Sie haben bei den Johannitern in Ingolstadt keine weitere Chance, weil die anderen Aufgaben von Ehrenamtlichen wahrgenommen werden.

Das Aus des Johanniter-Fahrdienstes trifft die derzeit 13 regelmäßigen Kunden und vielen Menschen, die hin und wieder eine Fahrt benötigen, hart, vor allem jene, die drei bis vier Mal pro Woche zur Dialyse müssen. Laut Angaben von Staub sind die Johanniter mit anderen Anbietern im Gespräch über Alternativen.

„Wir lassen keinen Versicherten im Stich“, beteuert AOK-Direktor Ulrich Resch, der sich wundert, dass die Johanniter seit Beginn des Vertrags vor fünf Jahren nicht neu verhandeln wollten. „Zu Verhandlungen sind wir immer bereit.“ Auch Stefan Dobhan, Geschäftsführer der Malteser, versichert: „Ich kann noch nicht sagen, in welcher Form, aber grundsätzlich übernehmen wir Fahrdienste.“ Verträge mit Kassen haben die Malteser nicht, „die Konditionen waren nicht vertretbar“, so Dobhan. Joachim Steenman vom BRK kennt die ungünstigen Bedingungen. „Aber wir fahren.“


Von Angelika Donauer

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