"Die Bundesregierung verschleppt die Aufklärung des Skandals!", kritisierte Kühn. Im Gegensatz zu den USA müssten Autohersteller von deutscher Seite keinerlei Sanktionen befürchten, wenn sie Abgaswerte verfälscht haben. Auch die Reform des Abgastests sei nicht weitreichend genug: Es gelten sogenannte "Konformitätsfaktoren", die Abgaswerte dürfen auf der Straße immer noch doppelt so hoch sein wie die eigentlichen Schadstoffgrenzwerte. "Grenzwerte müssen auch auf der Straße gelten - nicht nur im Labor!"

In der Podiumsdiskussion waren sich Kurt Bayer vom Verkehrsclub Deutschland, Johann Horn von der IG Metall und der Bundestagsabgeordnete einig, dass ein Ausbau der Elektromobilität nicht genüge. Es gehe darum, die Krise als Chance zur Veränderung zu begreifen, betonte Horn. Die drei Verkehrsexperten plädierten für ein ganzheitliches Verkehrskonzept, das eine Stärkung des ÖPNV beinhaltet. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten sich die politischen Rahmenbedingungen ändern und umweltfreundliches Verhalten "belohnt" werden.