Ingolstadt: Der nächste Winter kommt schnell
Wohin im Winter? Der SC Delphin und die Rettungsschwimmer der DLRG plädieren für eine »Einhausung« des Freibadbeckens. Durch die überraschende Sanierung des Hallenbads in der Ochsenschlacht stehen sie aktuell ohne Heimat da - Foto: Rössle
Ingolstadt
Irgendetwas fehlte: Das Bobbycar! Wo war das Bobbycar? Alfred Gau aus Manching hat das kleine Plastikgefährt schon auf mehrere Berggipfel geschleppt und damit viel Aufmerksamkeit erhalten. Doch bei seinem zweiten großen Hobby kann er getrost darauf verzichten: Seit einem Vierteljahrhundert gehört er der Triathlonabteilung des SC Delphin an. Und da konnte der ewig Rastlose nicht tatenlos zusehen, wie der Sommer vorübergeht und dann womöglich noch keine Lösung in Sicht ist.

Die angespannte Lage in Ingolstadts Schwimmbädern treibt ihn um. Wie auch seinen Spezl Josef Diepold: Also riefen beide die Ingolstädter Schwimmgemeinde zu einer Demonstration auf: Öffentlichkeitswirksam sprangen gut zwei Dutzend Delphin-Mitglieder und Rettungsschwimmer am Donnerstagabend von der Donaubühne in den Fluss. Motto: Delphine vor der Eiszeit. „Der nächste Winter kommt schnell“, erklärte Sepp Diepold. Nur wo sollen die ganzen organisierten Schwimmer des SC Delphin, der DLRG, der Wasserwacht, die Schulen, die Hobbytriathleten und auch alle Freizeitschwimmer hin, wenn das Hallenbad Südwest jetzt für ein Jahr geschlossen ist?

„Wir kämpfen gemeinsam für die Einhausung des 50-Meter-Beckens im Freibad“, sagte Diepold. Dieser Wunsch ist auch schon an die Politik herangetragen worden. Um aber geballt aufzutreten, hat die Interessengemeinschaft Schwimmen in Ingolstadt eine Online-Petition dazu (www.openpetition.de) gestartet und Unterschriftenlisten in Geschäften in der Stadt ausgelegt. Bis Freitagabend hatten sich bereits knapp 900 Personen im Internet eingetragen.

Mit ihrer Forderung nach einer „Einhausung“ laufen die Schwimmer offenen Türen bei den Politikern ein: Parteiübergreifend gibt es namhafte Unterstützer dieser Idee.

Allerdings liegen noch keine Zahlen auf dem Tisch, was die Kosten betrifft. Die Freizeitanlagen GmbH der Stadtwerke als Freibadbetreiber arbeitet an der schnellen Lösung. Am kommenden Dienstag wird der Anbieter einer Traglufthalle aus Augsburg noch einmal an der Jahnstraße vorbeischauen. „Die schauen, ob überhaupt eine Chance wegen der Statik besteht“, erklärt Thomas Hehl, der Chef der Freizeitanlagen GmbH, auf DK-Anfrage. Wie bereits berichtet, ist die Verankerung der Traglufthalle das große Problem. Alle paar Meter wären tiefe Erdnägel nötig. Die Augsburger gelten im Moment als Favorit, „weil sie die Halle vermieten, alle anderen verkaufen nur“, sagt Hehl.

Darüber hinaus kursiert die Idee eines mobilen Schwimmbades. „Wir starten dazu eine Anfrage“, berichtet Hehl. Doch die Kosten für so eine Anlage dürften noch viel höher sein.