Ingolstadt: Der Wunschzettel des Generals
Welcher Panzer darf's denn sein? Beim "Industry Day" in der Ingolstädter Kaserne sind die fachlichen Kommentare der Pioniere aus 17 bei der Koordinierungsstelle MILENG akkreditierten Nato-Staaten den Vertretern der Gerätehersteller hochwillkommen (links). Daneben: MILENG-Kommandeur Oberst Niels Janeke und Brigadegeneral Lutz Niemann im Gespräch mit MdB Reinhard Brandl (von links). - Fotos: Heimerl
Ingolstadt

Diese Woche war es wieder so weit.

Er habe schon seinen Wunschzettel ausgefüllt, meinte Brigadegeneral Lutz Niemann, Chef der hiesigen Pionierschule und der deutschen Pioniertruppe insgesamt, bei der Messeeröffnung an den heimischen Bundestagsabgeordneten Reinhard Brandl gewandt. Scherzhaft, versteht sich. Denn der Abgeordnete mag als Mitglied des Verteidigungsausschusses zwar ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte, aber auch Begehrlichkeiten der Truppe haben - auf dem kurzen Dienstweg Beschaffungen organisieren kann er hingegen sicher nicht.

Dafür gibt es (zumindest in Deutschland) längere politische Abstimmungsprozesse und dann erst mal eine zivile Beschaffungsbürokratie. Aber dass den Männern (ab und an eben auch schon Frauen) der Praxis bei solchen Begegnungen mit den Herstellern von militärischem Gerät schon mal der Mund wässerig (gemacht) wird, ist wohl unbestritten.

Größtes Ausstellungsstück der diesjährigen Schau war ein Pionierpanzer vom Typ "Wisent 2". Das monströse, leicht bewaffnete Bau- und Räumgerät auf Leopard-2-Fahrgestell wird von einer norddeutschen Firma mit allerlei Hightech-Zusatzausstattung aufgehübscht. Der Innenraum gleicht daher schon fast einem Cockpit. Nato-Partner Kanada hat sich bereits überzeugen lassen und geordert. Bei der deutschen Truppe, so scheint es, wäre man zumindest nicht abgeneigt. Drohnen, allerlei Schutzausrüstung und auch ein paar Infanteriewaffen waren ebenfalls an den Ständen der 57 Aussteller zu sehen. Insgesamt konnte der Eindruck entstehen, dass das Handwerk seinen Mann ernährt.