Ingolstadt: Der Sommer liegt im Plus
Kleine Erfrischung gefällig? Am Brunnen auf dem Paradeplatz haben nicht nur Kinder ihren Spaß. Abkühlung war in diesem Sommer schon häufiger willkommen. Die Temperaturen lagen im Juni und Juli im Schnitt deutlich über dem Langzeitmittel. - Foto: Hauser
Ingolstadt

Der Juni gilt nach langer Erfahrung mit den mitteleuropäischen Wetterkapriolen als der regenreichste unter den drei meteorologischen Sommermonaten, zu denen auch Juli und August zählen. Diesmal hat er allerdings mit Sonne verwöhnt: Auf 283 Stunden hat sich die Sonnenscheindauer an den 30 Junitagen summiert - ein deutliches Plus gegenüber dem Langzeitmittel von 213,7 Stunden. An fast allen Tagen (29) war das Zentralgestirn zumindest zeitweise am Himmel zu sehen, am längsten mit 14,2 Stunden am 19. Juni, also zwei Tage vor dem astronomischen Sommeranfang.

Auf die Temperaturkurve hat sich das natürlich positiv ausgewirkt: Mit einem Durchschnittswert von glatt 19 Grad wurden beachtliche 3,7 Grad mehr erreicht als im Schnitt der Langzeitreihe (Vergleichszeitraum sind die Jahre 1961 bis 90). 18 der 30 Junitage durften mit einem Maximum von mindestens 25 Grad als Sommertage gelten, drei als heiße Tage, bei denen die 30-Grad-Marke erreicht oder gar überschritten wurde. Die beiden heißesten Tage waren mit einem Spitzenwert von jeweils genau 32 Grad der 20. und der 22. Juni; am kältesten wurde es mit 5,7 Grad in der Nacht zum 8. Juni.

An Niederschlag wurden im ersten Sommermonat an der Köschinger Messstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) 64,8 Liter pro Quadratmeter gemessen - 75,3 Prozent des Langzeitmittels (86 Liter). Trotz der hohen Sonnenscheindauer wurde statistisch an jedem zweiten Tag des Monats zumindest eine kleine Regenmenge festgestellt. Es gab aber nur einen Tag mit deutlich erhöhter Niederschlagssäule jenseits der Zehnlitermarke: Am 6. Juni fiel mit 31 Litern fast die Hälfte der gesamten Monatsmenge. Dies war zugleich der einzige Tag, an dem sich die Sonne über Kösching überhaupt nicht blicken ließ.

Nicht ganz so stark, aber immer noch deutlich war der mittlere Temperaturüberschuss im Juli. Da der zweite Sommermonat in der Regel etwas wärmer als der erste ausfällt, betrug die Differenz des Monatsmittels (ebenfalls 19 Grad) gegenüber dem Langzeitwert hier nur noch 1,8 Grad. Mit einer Nachmittagsspitze von 32,5 Grad war der 19. Juli der heißeste Tag. Relativ kurz zuvor, in der Nacht zum 16., war die Quecksilbersäule in der Köschinger DWD-Messwarte noch auf das Monatsminimum von 9,2 Grad abgesunken.Über die volle Distanz reichte es im Juli zu 16 Sommertagen, darunter vier heiße Tage.

Wie angesichts der Temperaturangaben zu erahnen, reichte die Sonnenscheindauer im Juli nicht an die des Vormonats heran. Mit insgesamt 206,2 Stunden blieb sie etwas unter dem statistischen Langzeitmittel von 233,5 Stunden. Zwar war die Sonne an 30 von 31 Tagen zumindest zeitweise am Himmel über Kösching auszumachen, vor allem in der letzten Woche des Monats machte sie sich aber sehr rar. Am 26. Juli war sie überhaupt nicht zu sehen.

Konsequenterweise ging das Minus an Sonnenschein mit einem mehr an Niederschlag einher. Über den gesamten Juli kamen an der DWD-Station 79,2 Liter pro Quadratmeter zusammen - das sind knapp acht Prozent mehr as das erwartbare Mittel von 73,4 Litern. An 17 Tagen war der Niederschlag messbar, erreichte oder überschritt also den Grenzwert von 0,1 Litern. An vier Tagen (14., 25., 26. und 30. Juli) wurde es mit mindestens oder über zehn Litern recht nass. Die obige Grafik verdeutlicht, dass vor allem die zweite und vierte Juliwoche nicht gar so sommerlich waren.