Ingolstadt: Der "Gloane Bauer" machte ihn berühmt
Das Organisationsteam unterwegs: Bislang ist der Zuckerrübenball für den Riegler Hias (5 v. l.) noch unbekannt. Daher hat ihm eine Abordnung der Rübenball AG jetzt höchstpersönlich seine Einladungskarte überreicht. - Foto: Schittenhelm
Ingolstadt

"I hob füa'n Zuckerruabn-Boi zwoa Koartn, Baby, und Lust mit dia Bazi zum higeh hätt i! I suach nämlich long scho a gstandn's Mannsbuild wia di." - Textzeilen, die viele seit diesem Sommer kennen. Der Urheber ist der Riegler Hias, ein bekannter Gstanzlsänger aus Hiendorf, der dazu gehörende Song "Gloana Bauer" wurde in den Radiostationen und auf dem Münchner Oktoberfest rauf und runter gespielt.

"Wir fanden es damals echt saustark, als wir den Song mit der Textzeile rund um den Zuckerrübenball gehört haben", erzählt Christoph Arnold, Vorstand der Rübenball AG, die sich seit zwei Jahren um die Ausrichtung des Zuckerrübenballes kümmert. Vor allem, weil keiner von den Rübenball-Organisatoren im Vorfeld davon wusste. "Für uns war es eine riesige Überraschung, aber auch eine richtig schöne Werbung für unseren Ball."

Ein etwas anderes Publikum als in den vergangenen Jahren sei durch das Lied schon mit angesprochen worden, erklärt Michael Bachmaier, der sich in Menning um den Verkauf der Ballkarten kümmert. Sein Kollege Manfred Völkl, der den Kartenverkauf von Marching im östlichen Landkreis Eichstätt aus steuert, ergänzt: "Es kann echt nicht jede Ballveranstaltung von sich behaupten, eine eigene Hymne zu haben. Irgendwie ist das aber fast schon so." Und fast zeitgleich ergänzen Arnold und Völkl: "Eigentlich sollt ma den Hias zu unserer Veranstaltung heuer einladen - als ganz speziellen Ehrengast." Dass es dazu kam, dass mit dem Zuckerrübenball eine reale Veranstaltung, die ausgerechnet auch noch in der Region und der richtigen Branche zu finden ist, im Text vorkommt, war eigentlich eher Zufall - aber einer, der auch dem Texturheber Hias Riegler sehr gut passt. Darauf angesprochen, ob es geplant war, den Zuckerrübenball in das Lied mit aufzunehmen erklärt Riegler: "Eigentlich nicht. Ich hatte da lediglich eine Textstelle gebraucht, die gut klingt und bayrisch und irgendwie authentisch ist und vom Takt und der Silbenanzahl reinpasst." Eben das Pendant zur original Textzeile: "I've got two tickets to Iron Maiden, Baby!"

Und es passt wirklich, handelt es sich doch bei dem 1995 ins Leben gerufenen Ball doch um eine der größten Tanzveranstaltungen in der Region, die mit der Landwirtschaft zu tun hat. Traditionell wird am Tag Mariä Lichtmess gefeiert. Also immer am 2. Februar, dem Tag, an dem Knechte und Mägde früher ihre Stellungen wechselten. Lagen die Anfänge noch in der Hand der LMG Donautal, ist seit nunmehr zwei Jahren die Rübenball AG der offizielle Veranstalter. Heuer wird die vierte Veranstaltung in der Saturn-Arena sein, davor war man kurze Zeit in der Großmehringer Nibelungenhalle. Der Auftakt war aber im Bürgersaal in Münchsmünster, wo man die Bälle bis 2004 abgehalten hatte.

Am Organisatorenteam hat sich über die Jahre wenig geändert. Viele sind vom ersten Ball an dabei, der eigentlich mal vor allem für die Zuckerrübenfahrer gedacht war. Der ein oder andere im Organisatorenteam ist über die Jahre neu mit dazu gekommen. Jeder hat im Vorfeld seine Aufgaben, damit am 2. Februar alles klappt, erklärt Arnold. Schließlich kann erst am Balltag selbst mit dem Aufbau begonnen werden. Bereits am 3. Februar muss alles wieder eishockeytauglich sein.

Der Ball selbst beginnt am Dienstag um 19.30 Uhr, Einlass in die Saturn-Arena ist ab 18.30 Uhr, wobei Abendrobe Pflicht ist. Trixie und die Partylöwen kümmern sich auch 2016 wieder um die Live-Musik für die Tanzbegeisterten. In der VIP-Lounge wird DJ Nippy auflegen. In den Tanzpausen sorgen Dance United, Members of Dance sowie eine Garde aus der Region für stimmungsvolle Abwechslung in der Arena.

Übrigens: für das Video "Gloana Bauer" mit den "Hundskrippln", das an einem Tag im Sommer 2015 gedreht wurde, spielte man den Zuckerrübenball mit einer Reihe von Freunden nach - im Gasthaus Braun in Imbath.