Ingolstadt: "Das beste Ergebnis zählt"
Erstes gemeinsame Symposium: Prof. Wolfgang von Scheidt, Chefarzt Kardiologie am Klinikum Augsburg, Prof. Karlheinz Seidl, Direktor der Medizinischen Klinik I am Ingolstädter Klinikum, Prof. Michael Beyer, Ärztlicher Vorstand und Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie am Klinikum Augsburg, Stephan Krapf, Oberarzt am Klinikum Augsburg, Andreas Tiete, Geschäftsführer des Ingolstädter Klinikums, und Martin Lampen, Leitender Oberarzt am Klinikum Ingolstadt (von links). - Foto: Rössle/Klinikum Ingolstadt
Ingolstadt

Die Kooperation greift vor allem bei Patienten mit unklarem oder sehr schwierigem Krankheitsbild, wenn es zu entscheiden gilt, welche Behandlung für den Patienten besser ist: ein Herzkathetereingriff oder eine herzchirurgische Operation. Hier berät künftig mehrmals wöchentlich das Herzteam, das aus Prof. Karlheinz Seidl, Direktor der Medizinischen Klinik I am Klinikum Ingolstadt, Prof. Wolfgang von Scheidt, Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Augsburg, dem Ärztlichen Vorstand und Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Prof. Michael Beyer, sowie insgesamt acht Oberärzten aus beiden Einrichtungen besteht. In der gemeinsamen Herzkonferenz werden die Erkrankungen und Befunde der Patienten vorgestellt. Dann wird überlegt, welches die beste Behandlungsmethode ist.

Dieses interdiziplinäre Expertenteam aus Kardiologen und Herzchirurgen sei Garant dafür, dass der Patient optimal versorgt werden könne. "Der Patient steht im Mittelpunkt. Das beste Ergebnis zählt", so Prof. Seidl. "In unserem modernen Herzkatheterzentrum können wir noch mehr Patientinnen und Patienten wohnortnah versorgen und bieten durch die Kooperation noch mehr Behandlungsmöglichkeiten für unsere Patienten mit Herzerkrankungen", berichtet der Kardiologe.

Zu den Behandlungsmethoden gehören zum einen Sondenextraktionen, also das Entfernen von Herzschrittmachern, sowie das Einsetzen epikardialer Schrittmacher-Elektroden, die mittels Katheter direkt auf der Herzoberfläche befestigt werden - hier braucht es ein herzchirurgisches Team im Hintergrund, das dank der Kooperation nun zur Verfügung steht. "Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das, dass sie nun nicht mehr 80 oder 90 Kilometer fahren müssen, um mit diesen schonenden Verfahren behandelt werden zu können", freut sich der Chefarzt. "Wir besitzen die Expertise dafür und können dank der Kooperation mit Augsburg nun auch diese Patienten vor Ort kompetent behandeln."

Ebenfalls Teil der neuen Kooperation ist das sogenannte Augsburger Cardiac Survival Network (kurz ACSN). Dahinter verbirgt sich neben einem Operationsteam mit zwei Herzchirurgen und einem Kardiotechniker auch Deutschlands erste mobile Herz-OP-Einheit. Ihr Mittelpunkt ist ein Fahrzeug, ausgestattet mit einer mobilen Herz-Lungen-Maschine, verschiedenen Herzunterstützungssystemen sowie sämtlichen Gerätschaften und Operationsinstrumenten, um in einer auswärtigen Klinik einen herzchirurgischen Eingriff durchführen zu können. Das ACSN kommt zum Einsatz, wenn in Ingolstadt Patienten eingeliefert werden, deren Kreislauf sehr instabil ist und die herzchirurgisch behandelt werden müssen, aber für die ein längerer Transport ein zu großes Risiko darstellt. Es kann aber auch vorsorglich angefordert werden, wenn es sich um Hochrisikopatienten handelt, bei denen ein komplexer Herzkathetereingriff ansteht.

Auch der Geschäftsführer des Klinikums, Andreas Tiete, ist von dem neuen Konzept überzeugt: "Als Schwerpunktversorger der Region 10 verfügt unser Team über eine breite Erfahrung im Bereich der Herzkatheteruntersuchungen sowie der damit verbundenen Therapiemöglichkeiten", erklärt er. "Unser Anspruch ist es aber, unseren Patienten nicht nur eine Behandlung auf hohem medizinischen Niveau anzubieten. Wir möchten ihnen auch eine so große Bandbreite anbieten, dass jeder Patient die Behandlung bekommen kann, die für ihn das beste Ergebnis verspricht."