Ingolstadt: Das Paradies rückt näher
Eitel Sonnenschein trotz Regenschauer: Organisatoren und Gäste sind mit dem Pfingstvolksfest 2012 zufrieden - Foto: Rössle
Ingolstadt
Auch wenn der Regen während des Gesprächs teilweise heftig auf das Zeltdach plätscherte und so manche Wortmeldung im Rauschen unterging, sei das durchweg gute Wetter während des Festes ein Garant für den Erfolg gewesen, berichtete Marktmeister Friedhelm Lahn vom letzten Pfingstvolksfest unter seiner Verantwortung.
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Das bestätigten auch die Betreiber der großen Fahrgeschäfte. Lediglich Heiner Distel vom Autoscooter habe das Ergebnis vom vergangenen Jahr „nur knapp erreicht“, wie er sagte. Dafür sei es in diesem Jahr in Sachen Gewalt und Ausschreitungen sehr ruhig gewesen. „Ein Trend der vergangenen Jahre, der uns freut“, sagte Distel. Diesen Eindruck bestätigten die Zahlen, die Cölestin Weigert von der Polizeiinspektion Ingolstadt vorlegte. Es habe einige Rangeleien gegeben, bei denen es allerdings bei leichten Verletzungen geblieben sei. Schwerer verletzt wurde nur ein Streithahn, dem durch einen Kopfstoß ein Schneidezahn abgebrochen und das Nasenbein zertrümmert wurde. Nachdenklich stimmten Weigert zwei Angriffe von Betrunkenen auf Polizisten. Die Beamten hätten sich aber schnell zur Wehr setzen können und seien nur leicht verletzt worden. „Alles in allem sind wir mit dem Verlauf des Pfingstvolksfestes 2012 zufrieden“, bilanzierte Weigert.

Das gilt wohl auch für die Festwirte. In den beiden Festzelten von Lorenz Stiftl und Manfred Enzersberger sind bis Samstagabend 850 Hektoliter Bier ausgeschenkt worden. Damit überstieg der Ausstoß schon einen Tag vor dem Ende die Gesamtmenge der Pfingstfeste 2011 und 2010.

Für Andreas Pfeffer, den Vizepräsidenten des Bayerischen Landesverbandes der Kaufleute und Schausteller, sind die Ingolstädter Volksfestbesucher die eigentliche Tradition der Gaudi. „Sie machen sich schick und feiern friedlich.“ Früher habe man vom Straubinger Volksfest als einem „Trumm vom Paradies“ gesprochen. „Es scheint, dass das Paradies weiter Richtung Ingolstadt gewandert ist“, so Pfeffer. In dem Zusammenhang ist auch die scherzhafte Äußerung von Kulturreferent Gabriel Engert zu verstehen, der mit Blick auf Lahn augenzwinkernd anmerkte: „Mir ist es schleierhaft, warum man vom Volksfest ins Liegenschaftsamt wechseln will.“