Denn nirgends auf dem Hinterkaifeck-Hof hatten sie Papiergeld gefunden (außer einem Fünfer in einem Gebetsbuch). Und es wäre sicher einiges zu holen gewesen, denn die ermordete Familie Gruber/Gabriel war - für damalige bäuerliche Verhältnisse - durchaus wohlhabend. Allerdings entdeckten die Kriminaler am Tatort diverse Wertgegenstände (wie Uhren und Schmuck) sowie mehrere Pfandbriefe. Was hat sie so sicher gemacht, von einem Raubmord auszugehen? Wurde überhaupt Geld entwendet? Wenn ja, wie viel?

Ein weiterer Fund spricht gegen diesen Ermittlungsansatz: In einem Schrank stellten die Beamten eine - gut verborgene - Kassette sicher. Sie enthielt fast 1800 Goldmark, rund 350 Mark in Silber sowie mehrere weniger wertvolle Münzen. Haben die Täter (die Kripo ging zunächst von zwei Raubmördern aus) das versteckte Geld übersehen? Oder ließen sie es mit Absicht zurück? Ja, so war es wohl, glaubt Olaf Krämer, der Administrator des Forums www. hinterkaifeck.net. Beim Umtausch so einer großen Menge wertvoller Münzen wären die Täter sicher aufgefallen, ein unnötiges Risiko. Es könne freilich genauso gewesen sein, "dass der Täter die Geldkassette im Schrank gar nicht gefunden hat".

Anzumerken ist auch, dass 1922, vier Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, die Inflation begann; das Papiergeld verlor seinen Wert, da war natürlich jeder froh, der Goldmark besaß.

n Die Seite www.hinterkaifá †eck.net bietet einen Schatz an Informationen und Quellen zu dem geheimnisvollen Mord. Alles, was man seriös darüber sagen kann, haben die Administratoren dort anschaulich zusammengefasst, etwa Scans von den überlieferten Akten und viele weitere Dokumente. Auf dem Hinterkaifeck-Forum tauschen sich Kenner des Falls auf hohem Forschungsniveau aus. Das "Hinterkaifeck Wiki" führt per Stichwortsuche zu allen Quellen und relevanten Artikeln. Drei Experten von www.hinterkaifeck.net haben als Kuratoren an der Erarbeitung der Ausstellung im Polizeimuseum mitgewirkt.