Ingolstadt: Seehofer ein grenzdebiler "Pflaumenaugust"?
Mit einem Twitter-Beitrag in die Kritik geraten: Klinikumschef Alexander Zugsbradl.
Hauser
Ingolstadt

Der Tweet erregt dieser Tage auf der Facebook-Seite "Ingolstadt diskutiert" die Gemüter. Oberbürgermeister Christian Lösel, Vorsitzender des Krankenhauszweckverbandes und des Aufsichtsrats der Klinikum GmbH, hat gestern auf Anfrage unserer Zeitung über seinen Pressesprecher erklären lassen, er habe bereits "eine rechtliche Prüfung hinsichtlich gebotener dienstvertraglicher Konsequenzen aus diesem Verhalten von Herrn Zugsbradl durch einen Anwalt in Auftrag gegeben". Über das Ergebnis dieser Prüfung sollen die Mitglieder von Zweckverband und Aufsichtsrat am morgigen Mittwoch in einer ohnehin zu anderen Themen einberufenen Zusammenkunft in nichtöffentlicher Sitzung bekannt gegeben werden. Die Gremien sollen dann eine Entscheidung treffen, ob und welche Maßnahmen ergriffen werden.

Zugsbradl selbst war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Im Internet stößt sein Beitrag fast ausnahmslos auf Kritik. "Der spinnt doch", kommentierte selbst Ehrenbürger Hermann Regensburger schroff. Michael Krüper, der den Screenshot auf Facebook gestellt hat, fragt sich: "Soll so einer Vorbild sein von 3000 Beschäftigten" SPD-Fraktionschef Achim Werner schließt nicht aus, dass Zugsbradl seine vorzeitige Freistellung provozieren möchte.

Der Klinikum-Interimschef hatte schon einmal mit einem Twitter-Beitrag für Furore gesorgt. In einem mit einem Foto von Dick und Doof bebilderten Kommentar verkündete er, gegen einen SPD-Stadtrat und den früheren Klinikum-Pressesprecher Strafantrag gestellt zu haben. Auch damals hagelte es Kritik, die SPD hatte die sofortige Abberufung Zugsbradls gefordert. Weil zum Januar 2018 mit Monika Röther, die zusammen mit dem Ärztlichen Direktor und Mitgeschäftsführer Andreas Tiete das Steuer am Klinikum übernehmen wird, Zugsbradls Tage in Ingolstadt ohnehin gezählt sind und dieser seinen Beitrag bedauert hatte, lief die Forderung ins Leere.