Ingolstadt: Aufbau Nordwest
2020 wird auf dem Gelände zwischen Westpark und Güterverkehrszentrum (GVZ) die Landesgartenschau stattfinden. Auf der Fotomontage sind das Gartenschaugelände und ein neues Wohnviertel eingezeichnet, über das kommenden Mittwoch im Planungsausschuss sowie dem Stadtrat diskutiert werden soll. - Foto: Schalles, Grafik: Reibel
Ingolstadt

Es sind gleich zwei größere Projekte, die sich der Stadtentwicklungsausschuss am Mittwoch ab 14 Uhr (Großer Sitzungssaal, Neues Rathaus) in einer Sondersitzung ansieht. Alles muss eilends erfolgen, denn bereits um 15 Uhr tagt die Vollversammlung des Stadtrates, die ebenfalls die beiden Punkte voranbringen will. Entscheidende Weichenstellungen für den Nordwesten werden getroffen. Das vom Volumen her kleinere Projekt ist dabei nicht minder interessant. Denn für einen geplanten Fußgänger- und Radlersteg ins Landesgartenschaugelände hat die Stadtverwaltung in einem Bieterverfahren unter zunächst vier Bewerbern ein Büro aufgetan, das tatsächlich ein "in städtebaulicher, architektonischer, verkehrlicher und wirtschaftlicher Hinsicht überzeugendes Konzept" bieten konnte. Der Aufsichtsrat der Landesgartenschau 2020 GmbH hat in nicht-öffentlicher Sitzung schon zugestimmt, dass das Büro sbp (Schlaich Bergermann Partner, Stuttgart) seine Planungen vorantreiben soll. Als Obergrenze für das gesamte Steg-Projekt sind maximal 2,6 Millionen Euro festgesetzt. Er soll von der Furtwänglerstraße (an der kurzen Seite der Riesenhalle T) kommend die Hans-Stuck-Straße (viel befahrene Verbindung nach Gaimersheim) überspannen und dann den Haupteingang in die Landesgartenschau bilden. Das Gartenschaugelände soll sowohl vom Parkplatz als auch vom Piusviertel aus "sicher und attraktiv" erreicht werden können, so die Idee. Das Bauwerk soll Ende des nächsten Jahres fertig sein.

Noch größer und prägender für die Umgebung ist das zweite Projekt, das am Mittwoch von den Stadträten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf den Weg gebracht wird: Der Bebauungsplan für das noch unbebaute Grundstück, das von der Stuck-Straße (westlich), Furtwänglerstraße (nördlich), der Stinnesstraße (ehemals Permoserstraße, östlich) eingerahmt wird. Hier war wegen des Wachstums des GVZ und von Audi bisher ein (grünes) Parkhaus für 3000 Autos und wahrscheinlich noch mehr geplant gewesen. Inzwischen sind die städtischen Planer in einigen Workshops mit externen Städteplanern aber völlig davon abgekommen. Der neue Plan sieht einen großen Spielpark vor, der auf der nördlichen und östlichen Seite (also zur Halle T und zur Landesgartenschau hin) mit Hochhäusern verschiedener Größe in ein neues Viertel verwandelt wird. Dabei handelt es sich um den Spielpark, der seit vielen Jahren an der alten Gaimersheimer Straße besteht und nun hierhin umziehen soll. Er wird dann keilförmig umrahmt von fast 20 (Wohn-)Gebäuden mit laut Bebauungsplan zwischen 5 und 15 Geschossen, die dort entstehen können. Bis zu 43 Meter dürfte laut der Sitzungsvorlage sogar jener "Solitärbaukörper als sichtbares Erkennungszeichen für das Quartier" werden, der an der Ecke Stuck-/Furtwänglerstraße in die Höhe schießen könnte.

Rund um ihn herum sollen im nördlichen der beiden Baufelder laut Plan "ausschließlich Wohngebäude zulässig sein, die mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung errichtet werden, um auch einkommensschwachen Teilen der Bevölkerung Wohnraum zu bieten". Das Projekt könne dabei laut Stadtplanungsamt im Rahmen des Modellvorhabens "effizient bauen, leistbar wohnen - mehr bezahlbare Wohnungen in Bayern" gefördert werden.

Das südliche (Wohn-)Baufeld an der Hans-Stuck-Straße entlang soll zwischen fünf und neungeschossige Häuser aufbieten. In beiden Baufeldern sind unten eingeschossige Verbindungsbauten geplant, in die "quartiersbezogene Läden, Nebenanlagen und soziale Einrichtungen" einziehen könnten.