Ingolstadt: Vorweihnachtszeit auf Stand-by
Foto: Stefan Eberl
Ingolstadt

Dass es in vielen Supermärkten schon früh Lebkuchen zu kaufen gibt, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Viele Geschäfte bieten Weihnachtsleckereien schon ab September oder Oktober an. Die Eisfläche am Paradeplatz und der Christkindlmarkt sind ab 23. November geöffnet. Einige Innenstadtbesucher waren allerdings doch überrascht, dass der Aufbau des Christkindlmarkts schon so weit fortgeschritten ist, als sie am Samstagnachmittag unter ihrem Regenschirm über den Theatervorplatz huschten. Nasskaltes Wetter lockte nur Wenige in die Fußgängerzone, von Vorweihnachtsstimmung war nur in Supermärkten und Kaufhäusern etwas zu spüren.

"Ich sehe mich nach einem Geschenk für meinen Enkel um", berichtete etwa ein Rentner in der Galeria Kaufhof, wo bereits seit zwei Wochen eifrig weihnachtlich dekoriert wird. "Wir sind seit 14 Tagen dabei, so langsam merkt man, dass es losgeht. Erste Weihnachtsgeschenke werden schon gekauft", verriet der Technische Leiter, des Kaufhauses, Andreas Jaekel.

Auch der Betreiber des kleinen Glühweinständchens am Schliffelmarkt, Rudolf Alkofer, bemerkt einen langsamen Kundenzuwachs. Doch für heiße Maroni oder Punsch sei es einfach noch nicht kalt genug. Zudem müsste es trocken sein, beschwerte er sich.

Einige Meter weiter in der Moritzstraße öffnete Klaus Richter seine Winterlounge am Samstag zum ersten Mal. Zum fünften Mal gibt es sie in diesem Jahr bereits. Er hätte zwar ein paar Reservierungen für den Abend, doch Kundschaft kommt am Nachmittag noch wenig. "Wir sind die ersten: Bei uns rutschen die Leute langsam in die Weihnachtszeit rein, durch die loungige Atmosphäre gewöhnen sie sich daran - so erzählen sie es zumindest", berichtete der 52-Jährige am Samstag lachend. Von dem vorweihnachtlichen Angebot in der Innenstadt zeigte er sich begeistert: "Ingolstadt hat da was Tolles geschaffen!" Damit meinte er unter anderem den Märchenweg sowie Hütte und Eisfläche am Paradeplatz, die ebenfalls in Kürze öffnen werden.

Marcus Jaud von der städtischen Veranstaltungs-GmbH machte sich am Samstag ein Bild vom Aufbau des Christkindlmarkts, für dessen ordnungsgemäßen Ablauf er verantwortlich ist. "Ich glaube wir überraschen einige ein bisschen, weil das vierte Adventswochenende auf Heiligabend fällt. Deshalb fangen wir heuer eine Woche früher an", erklärte er. Nebenan überwachte Theodor Scherne gerade den Aufbau seines "Nussmachers". Bereits seit 45 Jahren ist er am Christkindlmarkt mit einem Stand vertreten. Für ihn ist das Timing in Sachen Vorweihnachtszeit genau richtig: "Ingolstadt ist eine Großstadt mit Herz für Gewerbetreibende", berichtete er.

Bevor die (vor-)weihnachtlichen Angebote in den kommenden Wochen alle eröffnen können, muss allerdings noch viel gewerkelt werden. Möglicherweise passt dann das Wetter auch besser zur anstehenden Adventszeit. Am besten kalt und trocken.