Ingolstadt: Neuauflage trotz Doppelsiegs fraglich
Foto: Johannes Hauser
Ingolstadt

Rein wettertechnisch stand die 24. Auflage des Ingolstädter Fischerstechens am Freitag, dem Eröffnungstag des Donaufests , unter keinem guten Stern. Kurz vor dem Anzapfen um 17.30 Uhr setzte zeitweise leichter Nieselregen ein, und der Himmel zeigte sich von seiner bewölkten Seite. Bei Temperaturen unter 20 Grad und einem unangenehmen Wind war das von der Narrwalla organisierte Donaufest eine recht erfrischende Angelegenheit, um es dezent auszudrücken. Dem Wetter geschuldet, verzichtete die Narrwalla am Freitagabend auch auf Livemusik - zu riskant für die empfindliche Technik. Diesen Umständen entsprechend hielt sich auch die Zahl der Besucher in Grenzen.

Reinhard Brandl, CSU-Abgeordneter und schon im Wahlkampfmodus, begrüßte denn auch "alle Mutigen, die da sind". Vielleicht lag das schlechte Wetter auch daran, so Brandl, dass er im Gegensatz zum vorletzten Jahr 2016 nicht bei der Wallfahrt der Narrwalla nach Bettbrunn dabei war. Doch er zapfte mit drei Schlägen das erste Fass an und lobte das traditionsreiche Fest an der Donau in einer einzigartigen Umgebung.

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Dann war auch schon die Zeit für das Fischerstechen gekommen. Der Unbill des Wetters geschuldet, wurde der Wettbewerb heuer ziemlich zügig durchgeführt. Sechs Mannschaften gingen an den Start: Stepperg 1 und 2, Ingolstadt 1 und 2, Kipfenberg und Neuburg, die den Schanzern gleich vier Zillen zur Verfügung gestellt haben. Donauwörth hat heuer Pause gemacht. Der Modus war wie alle Jahre: Jede Zille ist mit zwei Ruderern, einem Stecher und einem Steuermann besetzt. Jeder kämpft gegen jeden, und verloren hat die Mannschaft, deren Stecher ins Wasser geht.

Die wenigen Zuschauer sahen 30 Durchgänge, aus denen die Mannschaft Ingolstadt 1 (Marcus Maier, Edi Fleger, Karl Schweiger und Karsten Belz) als Sieger hervorging. Stecherkönig wurde Marcus Maier. "Der Wille zum Gewinnen, Erfahrung und das Gewicht sind entscheidend für den Sieg", sagte der 38-Jährige. Der Schanzer ist seit 13 Jahren dabei und hat mit seinen Kollegen seit Anfang Mai alle zwei Wochen trainiert. "Das Wasser ist nicht schlimm, aber der Wind ist unangenehm", sagte der stolze Gewinner, der keinen Neoprenanzug trägt. "Das engt mich so ein."

Für Narrwalla-Präsident Robert Wegele, Chef von 400 Mitgliedern und 30 Aktiven am Fest, war der Auftakt des heuer nur zweitägigen Festes natürlich nicht berauschend. Jetzt liegt es letztendlich an den Ingolstädtern, ob es auch die 25. Auflage des Schanzer Donaufests geben wird. Denn wenn heute auch so wenig los ist wie am Freitag, könnte es laut Wegele das letzte Fest gewesen sein.