53 Sattelschlepper voll mit Schokolade: So groß ist der Hunger auf Süßes in Ingolstadt pro Jahr. Tafel, Pralinen, Riegel: 1.260 Tonnen Schokolade haben die Ingolstädter verputzt. Pro Kopf sind das 9,5 Kilo im Jahr. Dies teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) der Region Oberpfalz mit. Im bayernweiten Vergleich bedeutet das laut NGG einen "stabilen Mittelfeldplatz". Ganz vorne liegt die Region Regensburg mit einem Gesamtverbrauch von insgesamt 1.800 Tonnen.

9,5 Kilo Schokolade verputzt der "durchschnittliche" Ingolstädter pro Jahr.
Ernesti/NGG
Ingolstadt

Dass die Messwerte für die Schanz in diesem Fall aus Regensburg kommen, hat einen einfachen Grund: "Organisatorisch gesehen bilden wir das Gebiet bis einschließlich Ingolstadt ab", sagt Geschäftsführer Rainer Reißfelder auf Anfrage unserer Zeitung. "Die Zahlen werden einmal pro Jahr in Zusammenarbeit mit den Statistischen Bundesämtern erhoben."

Rund 650 Arbeitsplätze hängen in Ingolstadt laut Arbeitsagentur an der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln. „Die Branche ist aber nicht nur regional ein Schwergewicht. Nimmt man den Umsatz, ist sie der drittgrößte Industriezweig in Deutschland“, so Reißfelder, der besonders mit den hohen Produktions- und Hygienestandards zufrieden ist.

Mit Sorge sieht die NGG den Trend zur Verramschung: „Gerade bei Getränken, Fleisch und Süßwaren erleben wir regelrechte Rabatt-Schlachten in den Supermärkten. Damit werden Lebensmittel oft weit unter Wert verkauft“, kritisiert Reißfelder. Weniger als ein Preis von 70 Cent für eine Tafel Marken-Schokolade seien demnach in einer fairen und umweltgerechten Produktion nicht machbar. 

Übrigens: Beim Käse waren es 3.240 Tonnen (dies entspricht 24,5 Kilo pro Einwohner). Und beim Bier wurden 138.000 Hektoliter im Jahr getrunken (104 Liter pro Kopf). Schokolade, Käse, Bier – nur drei Beispiele, die zeigen, welche Bedeutung Lebensmittelindustrie und -handwerk haben, sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).