Mal war es ein "Hallbad", mal ein "Hallenb" oder auch ein "allenba", doch die allermeiste Zeit kündigten die neun erleuchteten Lettern absolut vollständig, korrekt und zuverlässig in der Dunkelheit den Weg zum "Hallenbad" am gleichnamigen Parkplatz in der Stadtmitte. Vielen Ingolstädtern ist die Leuchtreklame ans Herz gewachsen, sie begleitete sie das ganze Leben. Immerhin hat die im Dezember 1965 eröffnete Sportstätte ganz genau 50 Jahre gehalten, bis sie voriges Jahr Anfang April für immer abgesperrt wurde. Wehmütig war Betriebsleiter Roland Regler damals schon, als er die letzten Badegäste vor die Tür bat und ein allerletztes Mal absperrte.

Ein kleines bisschen Wehmütigkeit stellte sich auch gestern früh, als die weithin sichtbaren Hallenbadlichter von Arbeitern abmontiert wurden. "In den 25 Jahren, in denen ich jetzt da bin, haben wir es dreimal geputzt und reparieren lassen", berichtete Regler, als die ersten Elemente per Hubsteiger von der Gebäudefassade auf den Boden gebracht wurden.

Das Interesse an den historischen Elementen ist in Ingolstadt durchaus vorhaben. "Vorhin war schon eine Frau da, die uns das A abkaufen wollte", erzählt der Betriebsleiter. Die Stadtwerke Freizeitanlagen GmbH hat sich als Betreiber der Ingolstädter Bäder den Schatz auf alle Fälle einmal gesichert. Die neun Plastiktafeln und ihre Fassungen mit den Leuchtmittelröhren werden in einem Lager des städtischen Tochterunternehmens aufgehoben. Vielleicht kommen sie irgendwann unter den Hammer und werden an den Höchstbietenden veräußert. Der Erlös soll wohl für einen guten Zweck sein. Im Internet und auch im Aufsichtsrat des Kommunalunternehmens war dieses Vorgehen vorgeschlagen worden. Geschäftsführer Thomas Hehl zeigte sich dafür durchaus aufgeschlossen.

Mit dem Abbau der Leuchtbuchstaben schreitet der Abriss des Hallenbads deutlich voran. Es ist eines der nach außen hin sichtbaren Zeichen. Bisher waren hinter dem Bauzaun vor allem Bäume gerodet worden. "Alles natürlich in Absprache mit dem Umweltamt", erklärt Roland Regler. Auch bei den Leuchtbuchstaben war das städtische Amt eingebunden: Die Behördenmitarbeiter vergewisserten sich, ob sich in den Lampen nicht doch Fledermäuse eingenistet hatten. Das war nicht der Fall. Also konnte der Hubsteiger anrücken.

In Kürze wird noch viel schwereres Gerät gebraucht. Nach dem jetzigen Stand der Planungen soll in der Woche vor Ostern der Abrissbagger mit der Fassage beginnen und sich dann nach und nach in Richtung Künettegraben bis zur Schwimmhalle (Regler: Die kommt als Letztes dran") nach hinten durchfressen. Im Gebäudeinneren ist der Abbau der schadstoffhaltigen Teile so gut wie abgeschlossen, berichtet ein Mitarbeiter des zuständigen Ingenieurbüros. "Bis Mitte des Jahres soll hier alles dem Erdboden gleichgemacht sein", so der Planer.

Wie mehrfach berichtet, soll an die Stelle des alten Hallenbads die neue Ingolstädter Jugendherberge kommen. Sie soll von einem externen Investor errichtet werden. Die Stadt möchte auch einen Betreiber finden, da sie selbst diese Aufgabe - wie bisher im Kavalier Zweibrücken an der Friedhofstraße - nicht mehr schultern will. Kultur- und Jugendreferent Gabriel Engert verkündete kürzlich, dass mit der Vergabe bis Frühjahr 2018 zu rechnen sei. Ein Jahr später, im Frühjahr 2019, dürfte nach den jetzigen Planungen der Baubeginn sein.