Ingolstadt: Botschaft für den Frieden
"Kulturförderung statt Waffenexporte": Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke sprach anlässlich des Antikriegstages auf Einladung des DGB am Freitag im Gewerkschaftshaus. - Foto: Brandl
Ingolstadt

Hanke, der im Habit des Benediktinerordens gekommen war, betonte als Erstes die Bedeutung der Gewerkschaften in der heutigen Zeit. Ohne sie entstünde "kapitalistisches Chaos", erklärte der katholische Oberhirte. "Krieg ist immer eine Niederlage für die Menschlichkeit" zitierte er Papst Johannes Paul II., der mit seinem Einwirken den Irakkrieg unter dem früheren US-Präsidenten George W. Bush abwenden wollte. Es sei eine kurze Umschreibung für die wichtigste Aufgabe der Vereinten Nationen: "Frieden schaffen", so Hanke.

Dass der Friedensprozess ein langwieriger und kleinteiliger sein kann, das erörterte der Bischof an zahlreichen Beispielen. Unter anderem erinnerte er an das Engagement der kirchlichen Laienbewegung Sant'Egidio, das dazu beitrug, dass 1992 ein Friedensvertrag für Mosambik zustande kam. Dies sei ein "ermutigendes Zeichen" dafür gewesen, "was Menschen von der Basis aus für den Frieden bewirken können". Hanke beleuchtete zudem kritisch die deutschen Waffenexporte, vor allem nach Saudi Arabien, sowie die militärisch angeführten Demokratisierungsversuche im Nahen Osten und forderte statt dessen eine Kulturpolitik für diese Krisengebiete. Hanke räumte aber auch ein, dass die Christenheit in ihrer 2000-jährigen Kirchgeschichte ihrem Friedensauftrag nicht immer entsprochen hätte. Anschließend an sein Referat stand Hanke für Fragen der Zuhörer zur Verfügung.