Ingolstadt: Bitte recht freundlich!
Eric und Paul: Mit Handpuppe und Gitarre unterhält Eric Damster vor allem Kinder, ohne aber den moralischen Zeigefinger in seinen Liedern zu heben. Seltener ist er als Solokünstler für Erwachsene unterwegs. An diesem Freitag, 8. Juni, spielt er aber sein Programm „Lauter Deppen“ in der Antoniusschwaige.
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Der Vergleich ist natürlich Quatsch. Die Parallele ist aber nicht wegzudiskutieren: Wie TV-Blödel Stefan Raab hat auch Eric Damster den Metzgerberuf erlernt. „Sogar ein Jahr als Geselle gearbeitet.“ Dann verließ er seine hessische Heimat und landete in der Region. Erst in Oberdolling, wo er das Bergcafé betrieb, dann Ingolstadt, nun ist er Wahl-Gaimersheimer. „Spiel Schunkelmusik“, das hat ihm der Vater, ein Bäcker, mit auf den Weg gegeben, „das wollen die Leute hören.“ Sein zweiter Tipp für die Musikerkarriere: „Sing kein Lied, das du nicht mit dir vereinbaren kannst!“

So gesehen ist es kaum verwunderlich, dass Damster als Musiker viel ausprobiert hat. Er sang im Sunshine-Gospelchor in Friedrichshofen mit. „Ich bete aber nicht fünf Mal am Tag, da kann ich für mich nicht ständig ,Lobet den Herrn’ singen.“ Auch das in der regionalen Szene viel beachtete Gesangstrio „Die drei Schlawiner“ mit Hans Possehn und Reinhard Oexler hat er verlassen. „Mich hat irgendwann die Erkenntnis ereilt: Ich bin alleine besser aufgehoben.“

Unter seinem bürgerlichen Namen tritt er als Kabarettist vor einem erwachsenen Publikum auf. Als „Eric Dsion“ bediente er früher den gepflegten Herrenwitz, „der Name passt aber nicht mehr zum Programm“. Schon gar nicht zu seinem Lieblingsprojekt: Als Eric D. Hamster ist er der Star für viele Kleinen, bei denen er im Kindergarten oder in der Grundschule seine Lieder singt. Eine Art Donikkl für Ingolstadt? „Oh nein, großen Respekt vor denen, aber das bin ich nicht.“ Mit seiner Handpuppe Paul will er die Kinder mit lustigen Geschichten unterhalten. „Aber ich möchte kein Wertevermittler sein.“ Den erhobenen Zeigefinger wird es nicht geben. Das ist auch einer der Gründe, warum Damster nicht mehr als „Opa Heinrich“, der von Unternehmer Heinrich Stiefel entworfenen Figur, durch das Land reist. „Da haben mir einfach zehn Prozent dazu gefehlt.“

Nach einem Jobwechsel ist der 46-Jährige als Außendienstmitarbeiter für einen Großhandel tätig. „Ich muss mit der Musik nicht meinen Lebensunterhalt verdienen.“ So kann er seine „Lieder aus dem Leben“ nach Lust und Laune spielen. „Die Leute sehen mich als Comedian, aber das will ich eigentlich nicht.“ Für sich selber sieht Damster den Titel: „Ein Liedermacher, den man ernst nehmen darf.“ Aber nicht immer muss. An diesem Freitag, 8. Juni, will er das ab 20 Uhr mit seinem Soloprogramm in der Antoniusschwaige beweisen, ehe die nächsten Projekte anstehen. Mit Alex Laudenbach wandert Damster ins Tonstudio, wo sie die Hymne für die 1. Ingolstädter Firmenolympiade einspielen. Sie wird am Veranstaltungstag, 28. Juli, live vor dem Rathaus präsentiert.

Am 17. November organisiert der Musiker ein Benefizkonzert für die Straßenambulanz von Bruder Martin. Im Kastaniengarten in Oberhaunstadt tritt er mit anderen Sängern auf. Dazu bieten Kindertanzgruppen ein Programm. Einziger Wermutstropfen: Stefan Raab wird sicher nicht dabei sein.