Ingolstadt: Am gläsernen Faden
Internet in Lichtgeschwindigkeit: Nach der Winterpause haben im Ingolstädter Norden wieder die Arbeiten zum Ausbau des Glasfasernetzes begonnen. Im Ingolstädter Süden müssen sich Internetnutzer dagegen noch in Geduld üben - Foto: Strisch
Ingolstadt
„Mittlerweile ist etwa die Hälfte des Ausbaus abgeschlossen, ungefähr 8000 Haushalte sind bereits mit einer neuen Glasfaserleitung versorgt“, meldete die Telekom gestern. Bis Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Allerdings wird auch dann nur ein Teil der Schanz mit Hochgeschwindigkeits-Internet versorgt sein. Das Ausbaugebiet verläuft von Friedrichshofen, nördlich der Innenstadt bis an die Autobahn im Osten der Stadt. Hier sind die Voraussetzungen gegeben, dass sich der Ausbau für die Telekom wirtschaftlich lohnt. „Das hängt unter anderem davon ab, wie viele potenzielle Kunden es gibt, wie viele Verteiler, Trassen und Kabelschächte vorhanden sind“, erklärt Telekomsprecher Udo Harbers.

Im Ingolstädter Süden sind diese Voraussetzungen offenbar nicht gegeben. Für die Telekom ist das Gebiet deswegen nicht interessant. Hier plant stattdessen die Stadtwerketochter Com-IN einen Ausbau mit Glasfaser. Allerdings erst im Jahr 2020. Vor allem die Bewohner in Hundszell und Knoglersfreude wollen aber nicht so lange warten. Sie haben eine Initiative gegründet, die für die nötige Nachfrage sorgen soll, um den Ausbau für die Com-IN früher interessant zu machen. Sollten sich 60 Prozent der potenziellen Abnehmer für einen Vorvertrag entscheiden, hat das Unternehmen einen früheren Ausbau in Aussicht gestellt. „Dann könnte es bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 losgehen“, sagt Stadträtin Dorothea Soffner, die in der Bürgerinitiative engagiert ist und selbst in Hundszell wohnt. Die Frist, bis zu der die nötigen Unterschriften zusammengekommen sein müssen, ist jetzt bis Ende April verlängert worden, erklärt Andreas Regensburger von der Com-IN. Noch sei nicht abzusehen, ob die nötige Zahl an Unterstützern tatsächlich gewonnen werden kann. Obwohl das Unternehmen eine Kündigungsfrist von nur einem Monat verspricht, seien einige – unnötigerweise – skeptisch, erklärt Soffner.

Bei der Telekom sieht man die Initiative im Ingolstädter Süden wohlwollend. „Ein Unternehmen allein kann den Ausbau nicht schaffen“, betont Harbers. Die Netzanbieter müssten deswegen zusammenarbeiten und ihre Leitungen auch für die Konkurrenz öffnen. „Da wird es in den nächsten Monaten und Jahren noch eine Menge zu bereden geben“, sagt Harbers. Zu klären seien technische und praktische Fragen und natürlich die Frage der Vergütung. Die Telekom müsse dazu mit vielen verschiedenen Stadtwerken verhandeln, die alle unterschiedliche Preisvorstellungen hätten.

Bis es so weit ist, muss das Netz allerdings erst einmal ausgebaut sein. Um das in Hundszell und Knoglersfreude möglichst bald zu realisieren, müssen die Mitglieder der Bürgerinitiative noch einiges an Informationsarbeit leisten. Das nächste Mal laden sie am 19. April um 18 Uhr ins Sportheim Hundszell, am Samstag, 21. April, bauen sie vor dem Penny-Markt von 10 bis 12 Uhr einen Infostand auf.