Ingolstadt: Alle ins Gold
Foto: Anton Rottmair
Ingolstadt

Der im Jahr 1901 gegründete, aufstrebende Verein hat derzeit 120 Mitglieder und hat durch die Hinzunahme des Bogenschießens bereits zwei jugendliche Neumitglieder begeistern können.

Die offizielle Eröffnung und Übergabe erfolgten im Beisein von Stadtrat Franz Liepold, dem Leiter des Sportamtes, Martin Diepold, Gauschützenmeisterin Elisabeth Maier sowie dem Ortsgeistlichen George Spanos, der auch die kirchliche Segnung des Schießplatzes vornahm. Nach dem Bittgebet appellierte Spanos an den Verein, mit seinen Mitgliedern und Besuchern in der von freier Natur umgebenen Schießstätte in Sichtweite des Kirchturms weiterhin frohe und vertrauensvolle Gemeinschaft zu pflegen. Zusammen mit Schützenmeister Günter Sedlmayer war es den Ehrengästen vergönnt, im Beisein der Schützenvereinsmitglieder und der Festteilnehmer das Absperrband zu zerschneiden und damit die Anlage für den Schießsport freizugeben. Wegen des kurzfristig einsetzenden Windes hatte man, so Sedlmayer, zum Leidwesen der Festbesucher allerdings auf einen Demonstrationsschuss auf die Zielscheiben verzichtet.

Wie der Schützenmeister in seiner Begrüßungsrede ausführte, wurde die Idee, auf der freien Wiese hinter dem Schützenheim eine Bogenanlage einzurichten, bereits im Jahr 2015 von Andreas Engels zusammen mit ihm entwickelt und bei der Jahresversammlung 2016 dem Verein vorgestellt. Trotz einiger Bedenkenträger wurde mehrheitlich beschlossen, den Bogensport mit in das Vereinsangebot aufzunehmen, und auch der Errichtung einer dazu notwendigen Schießanlage wurde zugestimmt. Das erforderliche Wiesengrundstück wurde von der Stadt gepachtet, und zur Unterbringung des notwendigen Zubehörs wurde ein Wohncontainer erworben, den man allerdings aus Waging am See herantransportieren musste. So begannen die Außenarbeiten im Frühjahr mit dem Bau der Fundamente für den Container und der anschließenden vorschriftsmäßigen Gestaltung der Schießanlage mit vier Bahnen. Die Scheibenständer ließ man in der Lebenshilfewerkstätte anfertigen. Jetzt sei man froh, so der Schützenmeister, dass man die Anlage gebaut und den Verein um eine Sportart erweitert habe, die besonders die Jugend begeistere. Zudem sei die Ausrüstung gerade für Jugendliche mit einem finanziellen Aufwand von 150 bis 200 Euro sicher erschwinglich. Ansonsten könne die Schießausrüstung auch vom Verein ausgeliehen werden, erklärte Sedlmayer.

Stadtrat Franz Liepold würdigte die Erweiterung des sportlichen Angebots durch den Schützenverein gerade im Hinblick auf eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für die Jugend und der erzieherischen Bedeutung des Sports, der Disziplin und Ausdauer verlange, aber auch siegen und verlieren lehre.

Gauschützenmeisterin Elisabeth Maier gratulierte den Blücherschützen zur neuen Bogenanlage und würdigte das Engagement der tatkräftigen Helfer beim Bau der Anlage. Noch sei das Bogenschießen in Ingolstadt eher ein Stiefkind, sagte sie. Doch der Verein denke an die Zukunft und damit an die Kinder, für die es bei dieser Sportart im Gegensatz zum Kugelbereich keine Alterseinschränkungen gebe. Zudem werde der Sport in gesunder freier Natur und frischer Luft ausgeübt.

Bevor man zum gemütlichen Teil mit Brotzeit, Salatbuffet und Getränken bei musikalischer Unterhaltung überging, ehrte Gauschützenmeisterin Elisabeth Maier noch verdiente Mitglieder und würdigte deren Arbeit. In Anerkennung seiner Verdienste in der Vereinsarbeit zeichnete sie 2. Schützenmeister Andreas Engels mit der Silbernen Gams und Schützenmeister Günter Sedlmayer mit der Silbermedaille des Bezirks Oberbayern aus. Mit dem Gau-Ehrenzeichen in Silber ehrte sie Renate Schiller, Elisabeth Kufer, Lorenz Kufer, Robert Kufer sowie Radko Kubias. Jugendleiterin Carolin Schmalzl erhielt den Löwen des Schützenbundes für die Jugendarbeit.