Ingolstadt: Spiritueller Begleiter im Advent
Adventskalender mal anders: Klinikseelsorger Christoph Kreitmeir bietet 24 Türchen mit spirituellen Impulsen an. - Foto: Hammer
Ingolstadt

Jetzt in der Weihnachtszeit sehen wir sie überall: Adventskalender. Im Supermarkt, im Buchladen oder im Bastelgeschäft. Es gibt sie in unzählbaren Formen, Größen und zu sehr unterschiedlichen Preisen zu kaufen, offline wie online, als fertige Kalender oder als Set zum Selbstgestalten. Hinter 24 Türchen stecken Schokolade, Drogerie-Produkte oder Spielzeuge. Was heute ein lukratives Geschäft für den Einzel- und Onlinehandel ist, war ursprünglich ein christlicher Brauch, der sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Kindern sollte so die Zeit bis Weihnachten versüßt werden.

Für Christoph Kreitmeir, Priester und Seelsorger am Klinikum Ingolstadt in der Diözese Eichstätt, ist die Vorweihnachtszeit ein besonderer Anlass, um Menschen christliche Botschaften mit auf den Weg zu geben. Zum dritten Mal veröffentlicht er in diesem Jahr deshalb einen Online-Adventskalender und möchte damit an die Grundidee der Tradition anknüpfen.

Täglich, ab dem 1. Dezember, können Interessierte auf der Homepage www.christoph-kreitmeir.de ein neues virtuelles Türchen öffnen. Jedem Tag ist ein Thema zugeordnet - in Form von Texten, Bildern, weiterführenden Fragen oder YouTube-Videos. "Die Abwechslung ist mir wichtig, auch mit modernen Medien", sagt Kreitmeir.

Das Herz öffnen, zu sich finden und auf die innere Stimme hören, das sind Themen, die der Seelsorger in seinem spirituellen Adventskalender aufgreift. Er nennt es "Seelennahrung".

"Der Kalender soll Hilfestellung geben, um vorwärts zu kommen auf dem Weg der eigenen Menschwerdung", erklärt er. "In der hektischen Adventszeit ist es wichtig, Zeit für sich und für Gott zu schaffen. Deshalb braucht das Herz Unterstützung und Stärkung. Der Adventskalender kann dabei vielleicht eine kleine Hilfe sein." In Absprache mit dem Klinikum sollen einzelne Beiträge auch mit der Klinikhomepage verlinkt werden.

Christoph Kreitmeir war 33 Jahre Franziskaner, bevor er im Juli 2017 als Seelsorger ins Klinikum wechselte. Die Idee für den Online-Adventskalender kam ihm, als er nach zwei Operationen fast drei Wochen im Krankenbett verbringen musste. Um sich die Zeit zu vertreiben, las er viel. Dabei bemerkte er, dass es keinen Adventskalender dieser Art gab.

Den ersten Kalender stellte er 2015 online. Mit großem Erfolg: 20 000 Besucher in vier Monaten. "Ich habe damals jeden Abend gespannt geschaut, wie die Resonanz ist. Die Besucher kamen aus der ganzen Welt, von Norwegen bis Südafrika. Dass mein Kalender so gut angenommen werden würde, hat mich überrascht und natürlich sehr gefreut." Im letzten Jahr entstand aus meinen Beiträgen ein Buch mit dem Titel "Zeit für mich Zeit für Gott", das jetzt in der zweiten Auflage erscheint.