Doch dann kamen - zunächst klang es wie ein Scherz - Gebirgspioniere ins Donautal.

Das vormals in Brannenburg am Inn stationierte Gebirgspionierbataillon 8 hat sich längst im Flachland eingelebt - die Berge sind zu Übungszwecken ja immer in wenigen Stunden erreichbar. Oberstleutnant Kersten Kleinhans (kleines Foto), der diesen Verband voraussichtlich noch bis zum kommenden Frühjahr befehligt, ist allerdings einer jener Kommandeure, die selten über die volle Personalstärke verfügen können: Fast ständig sind Soldaten des Bataillons an Auslandseinsätzen der Bundeswehr beteiligt.

Traurige bundesweite Bekanntheit erlangten die Ingolstädter Gebirgspioniere, als eine ihrer Kompanien im April 2010 bei einem Feuergefecht mit Aufständischen im afghanischen Baghlantal zwei Männer verlor. Es waren die ersten Gefallenen der hiesigen Bundeswehrgarnison überhaupt. Seither haben Soldaten des Bataillons allerdings noch viele weitere Einsätze in Krisengebieten weitab der Heimat bestehen müssen - mehrfach noch in Afghanistan, zuletzt aber auch in Mali und im Irak.

In den vergangenen vier Jahren ist es jedoch nicht mehr zur Entsendung von Kompanien gekommen, sondern es wurden und werden stets Spezialisten aus verschiedenen Kompanien abgezogen. Die Soldaten reisen dann gruppenweise in ihre Einsatzgebiete am Hindukusch, zwischen Euphrat und Tigris oder in Westafrika. Heuer wurden laut Kersten Kleinhans insgesamt etwa 70 Angehörige des Bataillons bei Missionen in den drei genannten außereuropäischen Einsatzgebieten benötigt. 15 sind derzeit noch dort, werden aber bis Weihnachten zurückerwartet.

Die Auslandsverwendungen dauern meistens zwischen vier und sechs Monaten. Ist eine Abordnung übers ganze Jahr erforderlich, wird das Personal also in der Regel ein- bis zweimal getauscht. Der Planung zufolge soll 2018 für das Ingolstädter Bataillon - was Auslandseinsätze angeht - ein ruhigeres Jahr werden. Ab 2019 stehen dann aber, so jedenfalls der bisherige Stand, drei Jahre in Folge Abstellungen zu Friedensmissionen ins Haus.