Dazu gab es im Biergarten volkstümliche Musik, warme Brotzeiten, kühle Getränke und an einem Stand sogar frisch gepflückte Erdbeeren.

Den Wissenshunger stillen konnten die Besucher bei den Frauen und Männern, die ihr Können an den Ständen demonstrierten und Auskunft gaben über ihr künstlerisches Handwerk. Darunter Ralf Vizethum aus Mistelgau mit seinen Eisenplastiken. Die Ideen für die Motive - darunter Stierfiguren, Zierstäbe und eine zu einem kunstvollen Knäuel verformte Eisenstange, das eine Galaxie darstellt - entstammten den Einflüssen der Mythologie und seien teils archaisch geprägt, so der gelernter Eisenplastiker. Aber auch der bayerische Löwe gehöre zu seinem handwerklichen Repertoire. "Ich mag den Geruch von Eisen", sagt er zu seinen Beweggründen, mit dem Material zu arbeiten. Die Galaxie, die er heute an seinem Stand ausstellt, wiege etwa 30 Kilogramm und sei aus einem rund zwölf Meter langen, verzunderten und mit leichter Korrosion verzierten Vierkanteisen entstanden.

In der schier unendlichen Galaxie der Kunsthandwerker, die sich auf dem Gelände des Museums auftut, finden sich aber auch Vertreter vielleicht vertrauterer Formen der traditionellen heimischen Handwerkskunst. So beispielsweise Therese Asam, die vor den Augen der Besucher einen Weidenflechtzaun für den Museumsgarten anfertigt, und Peter Wasserthal, ein Kunstdrechsler, dessen formschöne Arbeiten, darunter kunstvolle Pfeffermühlen und Flaschenöffner, die Blicke vieler Besucher auf sich ziehen. Oder aber auch Scherenschleifer Klaus Langenscheid aus Scheinfeld, der fast von Anbeginn des Marktes jedes Jahr zum festen Bestandteil der Schau gehört. Er gibt den einen oder anderen Tipp, was beim Messerschleifen zu beachten ist, beispielsweise, dass es besser sei, die Schneide beim Schärfen diagonal und nicht zu flach über den Schleifstein zu ziehen. "Schleift man das Messer quer, kann es Wellen in der Klinge geben", weiß er. Mit dabei sind auch die g'spinnerten Weiber von Hundszell, die jedoch keineswegs verrücktspielen, wie der Name es vermuten lassen möchte. Vielmehr demonstrieren sie mit viel Geduld und Hingabe, wie aus einem Stück verfilzter Wolle mithilfe eines nostalgischen Spinnrades oder einer einfachen Handspindel dünne Wollfäden entstehen. Wie im Märchen aus Stroh Gold zu spinnen sei den Damen zwar so richtig noch nicht gelungen, wie auf Nachfrage zu erfahren war, an der Spindel zu sitzen sei aber auch Meditation, verrät Raina aus Ingolstadt. Sie habe zu Hause einen Webstuhl. Aus der zu Fäden gesponnenen Wolle entstünden so das Jahr über Pullover, Sitzkissen und Decken. Die benötigte am Markt-Wochenende aufgrund des herrlichen Sommerwetters zwar noch niemand. Doch der nächste Winter kommt ja bekanntlich bestimmt.