Hepberg: Stimmungsvolles Mariensingen
Nach dem feierlichen Mariensingen in der Franziskanerbasilika stellten sich die Hepberger Sänger neben dem Epitaph des einstigen Hepberger Hofmarksherren von Liechtenau (rechts) vor dem Altar der Schuttermuttergottes auf. - Foto: Privat
Hepberg

Neben klangvollen konzertanten Bläsermelodien erklangen in der frühgotischen Basilika Marienlieder wie das "Ave Maria" von C. Frey und das "Sancta Maria" von Joh. Schweitzer. Mit voluminösen Männerstimmen trugen die Sänger das bekannte Wallfahrerlied "Zur Schwarzen Madonna" vor. Bei herrlicher Akustik hörten schließlich die aufmerksamen Zuhörer das Lied "Frieden" von Gottfried Fischer.

Zwischen den Musik- und Gesangstücken durchleuchtete Stadtarchivrat Edmund Hausfelder als profunder Kenner der lokalen historischen Ereignisse die mannigfaltigen Beziehungen zwischen Hepberg und der Stadt Ingolstadt. Erste Kontakte liegen bereits vor der Jubiläumsurkunde von 1317, denn bereits 1234 wurden Bruchsteine aus der Gegend um Hepberg für den Bau der Pfarrkirche St. Moritz verwendet, meinte der Geschichtsfachmann. Auch beim Bau der ersten Ingolstädter Stadtbefestigung 1537 griff man auf Steine aus dem Hepberger Steinbruch zurück. Folglich wurde auch für die Bayerische Landesfestung ab 1828, die Ingolstädter Schanz, der Hepberger Stein nach eingehender Prüfung für besonders geeignet befunden. Für das damals größte Dachwerk Süddeutschlands bei der Oberen Pfarrkirche, dem Ingolstädter Münster, wurden 1491/92 über 7000 Eichstämme im Neuhau gefällt. Dieser Wald gehört seit einer Schenkung der Wittelsbacher zur Stadt Ingolstadt und reichte damals bis nahe an die Ortsgrenze. Nach der Errichtung des Fort Orff am Rauhen Buckel nördlich von Hepberg erweiterte das Bayerische Militär durch Tauschgeschäfte mit der Stadt dieses Juragelände zu einem Truppenübungsplatz, der noch vielen Soldaten aus ihrer Ausbildungszeit bekannt sein dürfte.

Für das Mariensingen in der Franziskanerbasilika galt aber auch als besonderer Grund, dass die adeligen Hepberger Hofmarksherren von Liechtenau zu den früheren Mitgliedern des Marianischen Messbundes dieses Gotteshauses zählten. Die heutige Gnadenkapelle mit der Schuttermuttergottes galt damals als Liechtenauer Messbundkapelle. Zeugnis dafür ist das heute wenig beachtete Epitaph des letzten Adeligen von Liechtenau an der rechten Wandseite. In der einstigen Garnisonskirche erinnern zahlreiche Grabplatten an die bedeutenden Mitglieder der damaligen Gebetsgemeinschaft. Zu ihnen zählten herausragende Professoren der Universität Ingolstadt wie Peter Apian, Vater von Philipp Apian, dem ersten Vermesser und Kartografen Bayerns. Weitere beeindruckend gestaltete Epitaphien nennen die Namen hochgestellter Geistlicher oder hochrangiger Militärs. In einer ausführlichen Grabinschrift erfahren die Besucher Hinweise über die herausragende Stellung des "letzten Liechtes von Liechtenau", eines bedeutenden Hofmarksherren vom damaligen Schloss in "Hepperg".

Abschließend führte Hausfelder noch ein Beispiel guter Beziehungen zwischen Ingolstadt und Hepberg aus neuerer Zeit an. Wegen der langjährigen Kontakte mit den Ingolstädter Kirchen konnte der frühere Ortspfarrer Karl Wittmann erreichen, dass das Franziskanerinnenkloster Gnadental beim Bau der neuen Hepberger Pfarrkirche 1951 den erforderlichen Sand aus einer Grube beim Donnersberger Gut der noch jungen und armen Pfarrei völlig kostenlos überließ.

Bei seinen Dankesworten drückte Männergesangsvereinsvorstand Sigi Puppele, heutiger Besitzer des Hepberger Schlossanwesens, seine Freude über den Beitrag dieser feierlichen Veranstaltung zum Hepberger Jubiläumsjahr aus.