Gaimersheim: Gefährliche Baumängel
Weitgehend ausgeräumt ist die Turnhalle des Gymnasiums Gaimersheim. Die untergebrachten Flüchtlinge wurden ausquartiert - Foto: Eberl
Gaimersheim

„Aus Sicherheitsgründen bleibt die Dreifachhalle so lange geschlossen, bis das marode Dach ausgetauscht ist“, sagte gestern Landratsamtssprecher Manfred Schmidmeier. Eine akute Einsturzgefahr bestehe jedoch nicht. Den Schaden bezifferte er auf „eine Dreiviertelmillion Euro“. Wer für die ernsten Baumängel verantwortlich ist, konnte Schmidmeier auf DK-Anfrage (noch) nicht sagen: „Momentan wollen wir niemandem voreilig eine Schuld zuweisen.“

Der Zweckverband Gymnasium Gaimersheim prüft laut Schmidmeier derzeit, wer für die Korrosionsschäden verantwortlich ist. Der Verband, dem Vertreter der Stadt Ingolstadt und des Landkreises Eichstätt angehören, ist Schulaufwandsträger für das erst im Jahr 2010 fertiggestellte Gymnasium am Hochholzer Berg. Nach den Worten des Landratsamtssprechers soll das Flachdach der Turnhalle „so bald wie möglich neu gebaut werden“. Schmidmeier rechnet aber nicht damit, dass die Arbeiten noch in diesem Schuljahr fertig sein werden.

Die Schäden seien bereits im Herbst 2014 festgestellt worden – und zwar durch den Hausmeister der Schule. „Am Anfang waren das nur kleine Rostflecken. Sie wurden aber im Laufe der Zeit immer größer“, erläuterte Schmidmeier. Deshalb habe der Zweckverband im vergangenen September ein Gutachten bei einem Düsseldorfer Ingenieurbüro in Auftrag gegeben. Die Experten kamen laut Schmidmeier zu dem Schluss, dass „die Kombination verschiedener verbauter Materialien wahrscheinlich zu der Korrosion geführt hat“.

 

Ende November haben dann Mitarbeiter des Eichstätter Hochbauamts und Statiker der Landesgewerbeanstalt Bayern die großen Schäden begutachtet. Und nachdem es am vergangenen Wochenende zu schneien begonnen hatte, sei die Gefahr für die in der Turnhalle untergebrachten Flüchtlinge immer größer geworden, so der Landratsamtssprecher. „Am Montag hat dann Landrat Anton Knapp beschlossen, die Halle zu sperren.“

Noch am Montagnachmittag wurden die rund 50 Asylbewerber mit Bussen in die Eichstätter Erstaufnahmeeinrichtung Maria Ward sowie in die Flüchtlingsunterkunft in der Reiserklinik nach Ingolstadt gebracht. Schmidmeier räumte ein, dass „die Umverteilung eine spontane Aktion war. Aber wir mussten umgehend handeln“.

Der Direktor des Gymnasiums, Manfred Ruckdäschel, hat die Ausquartierung miterlebt. „Mir haben die Asylbewerber leidgetan, weil sie auf die Schnelle mit ihren wenigen Habseligkeiten die Turnhalle verlassen mussten.“ Er zeigt aber Verständnis für die Sperrung: „Angesichts der großen Schäden und der Schneelage war es eine konsequente Entscheidung des Landratsamts.“

Laut Ruckdäschel ändert sich durch die neue Lage nichts für das Gymnasium. „Die Dreifachturnhalle konnten wir seit Anfang November für den Sportunterricht eh nicht mehr nutzen, weil dort Flüchtlinge eingezogen sind.“ Als Ausweichquartiere stehen für die Schüler die Ballsporthalle und die Turnhalle der Mittelschule in Gaimersheim zur Verfügung. Der Schulleiter hat am Montag die Lehrer und Eltern der Schüler über die Sperrung informiert.

Über das weitere Vorgehen in Sachen Turnhalle wollen die Bauverantwortlichen und Vertreter des Landratsamts noch im Januar sprechen, informierte Landratsamtssprecher Manfred Schmidmeier. Dabei soll auch geprüft werden, inwieweit dabei eine Bauleistungsversicherung eintrete. „Eine Garantie gibt es jedenfalls nicht.“

„Wir sind schon gespannt, was herauskommt“, sagte gestern Stadtsprecher Gerd Treffer. Die Stadt Ingolstadt lege bei der ganzen Angelegenheit „vollstes Vertrauen“ in das Landratsamt Eichstätt, das die Federführung habe.