fh (1), Ritchie Herbert, 30.10.2007
Den Anflug des Bundeswehr-Hubschraubers vom Typ Bo 105 wollten sich viele Studenten nicht entgehen lassen. Der "Bell UH-–1D" (links) stand zu dieser Zeit schon einige Stunden auf dem Gelände der Fachhochschule. - Foto: Herbert
Ein Student schaut durch den verglasten Fußraum auf die Pedale. Ein anderer fährt über die Nieten im Blech. Der Hubschrauber vom Typ "Bell UH-1D" zieht Blicke auf sich. Normalerweise ist er auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 61 der Bundeswehr in Manching stationiert. "Schau, der hat auch Scheibenwischer", sagt ein Student. "Aber Servolenkung sicher nicht." Unter der Schnauze des Helikopters steht ein Schild mit den technischen Daten: 820 Kilowatt stark, 17,4 Meter lang, 16 000 Fuß Dienstgipfelhöhe. "Ist das viel", fragt einer. "Kommt auf den Fuß an", scherzt sein Kommilitone.

"Es kommen aber auch technische Fragen, zum Beispiel nach der Verzahnung oder dem Wirkungsgrad des Motors", sagt Robert Kamolz. Er ist Ingenieur, arbeitet als Zivilist für die Bundeswehr und beantwortet im Foyer die Fragen der Studenten. "Die wollen auch wissen, wie sie an Jobs in dieser Branche kommen." Im Foyer sind auch andere Ausrüstungsgegenstände der Bundeswehr ausgestellt, beispielsweise ein Schleudersitz, Schutzwesten, Pilotenhelme oder der Anti-G-Anzug "Libelle." In einem Basin vor der Eingangstür dümpelt die Rettungsinsel "FL 20 A". Später landet ein weiterer Hubschrauber, eine BO 105.

Schon bald sollen Ingolstädter FH-Studenten sich eingehend mit Hubschraubern und Flugzeugen beschäftigen können. "Ab 2009 oder 2010 wird es bei uns einen Studiengang Luftfahrttechnik geben", sagt Jörg Wellnitz, Professor für Leichtbau und Konstruktion. Doch schon jetzt gebe es Vorlesungen zu Hubschraubertechnik, Luftfahrttechnik und Strahlantrieb, die gut ankämen. "Ich bin mir sicher, dass der Standort Ingolstadt in den nächsten 20 Jahren eine große Bedeutung für die Luftfahrttechnik bekommen wird."