DK-Volontärin Samantha Meier hat Spieler und Fans beim Derby zwischen dem FCI und Nürnberg im Audi-Sportpark genau unter die Lupe genommen.
Uwe Ziegler
Ingolstadt

Die WM zog ohne große Beachtung an mir vorbei. Seit meinem ersten Stadionbesuch am vergangenen Sonntag hat sich mein Verständnis für Fußball geändert. Seit Jahren machte ich um das Thema Fußball erfolgreich einen großen Bogen. Bis ich neben einen Kollegen saß, der durch und durch ein Fußballfan ist. Nach längeren Diskussionen ließ ich mich zu einem Besuch im Stadion überreden. Ein Spiel und die Atmosphäre einmal live miterleben. Der FC Ingolstadt gegen den 1. FC Nürnberg. Ein Topspiel hätte ich mir herausgesucht, meinte mein Kollege. Für mich waren es schlichtweg zwei Mannschaften, die an einem Sonntag spielten, an dem ich noch nichts vorhatte.

Vereinsliebe greifbar nah

Fünf Reihen vom Spielfeldrand entfernt saßen mein Kollege und ich. So nah dran wirkte das Fußballfeld richtig groß. Bereits vor dem Spiel sorgten die Fans vom 1. FC Nürnberg für fröhliche/ausgelassene Stimmung. Sie grölten Vereinslieder – die Texte verstand ich nicht. Wie groß eine Vereinsliebe sein muss, wurde mir ansatzweise noch vor dem Spiel bewusst: „Max-Morlock-Stadion für immer“, stand auf einem Banner direkt vor dem Fanblock der Nürnberger. Zusätzliche Fahnen und Banner deuteten die Umrisse des Stadions aus der Frankenmetropole an. Die aufgeheizte Stimmung zwischen Fans, Spielern und Trainern wurde mir dann auch im Stadion bewusst – schließlich spielte der FC Ingolstadt gegen den 1. FC Nürnberg. Dramatische Musik schepperte aus den Lautsprechern und kündigte die Spieler an. „Steht auf, wenn ihr Schanzer seid“, riefen die FCI-Fans. Mit Fan-Schal und -Mütze standen sie da. Den Anpfiff des Spiels bekam ich wegen dem zahlreichen Getrommle und Gegröle gar nicht richtig mit.
 

Welcher Fanblock schreit lauter?

Unter die Fan-Lieder mischten sich immer wieder schiefe Pfeiftöne. Als wollten sie den Schiedsrichter bei einer Entscheidung beeinflussen. Unverständnis, wenn nicht zum Vorteil der eigenen Mannschaft entschieden wurde. Die Halbzeit kam überraschend schnell. Nach der Pause erwischte es mich dann in der 60. Minuten: ein leichtes Fußballfieber. Mit den Fingern klopfte ich im Takt der Lieder auf meinem Oberschenkel mit. Die innerliche Freude zum 1:0 für Ingolstadt war groß. Der Ausgleichstreffer dafür enttäuschend. Es blieb bis zum Ende spannend – auch für mich.

Nach dem Abpfiff

Mein Fazit nach den 90 Minuten: Den Großteil der Spieler kenne ich immer noch nicht mit Namen und Spielposition. Manche Schiedsrichterentscheidungen sind mir immer noch ein Rätsel. Und in welcher Formation die Mannschaften gespielt haben, weiß ich nicht. Allerdings kann ich nach dem Fußballsonntag im Ansatz etwas nachvollziehen: die Fußballbegeisterung. Denn selbst als neutraler Zuschauer hat mich die gute Stimmung im Stadion mitgerissen.
 

Fotostrecke: FCI gegen 1. FC Nürnberg 1:1
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