Oberstleutnant Carsten Diers
"Das Ganze verläuft ziemlich unspektakulär", sagt Oberstleutnant Carsten Diers. Computer, Ordner und Büromaterial werden in insgesamt 600 Kisten verpackt und von einer Firma nach Manching transportiert.
Pehl, Bernhard, Ingolstadt
Erding/Manching

Die Soldatinnen und Soldaten sowie die zivilen Mitarbeiter werden ihre neuen Dienstposten aber nicht bei der Wehrtechnischen Dienststelle 61 antreten, sondern auf dem benachbarten Gelände von Airbus.

"Das Ganze verläuft ziemlich unspektakulär", sagt Oberstleutnant Carsten Diers. Computer, Ordner und Büromaterial werden in insgesamt 600 Kisten verpackt und von einer Firma nach Manching transportiert. Die Aktion verläuft in drei Wellen, denn die Arbeitsfähigkeit des Stabs müsse erhalten bleiben. Personalwesen, militärische Sicherheit, Führung der unterstellten Dienststellen, Koordination, Instandhaltungsplanung, Projektmanagement, Logistik und IT-Unterstützung sind nur einige der Aufgaben des Stabs. Jeweils rund ein Zehntel der Stellen sind Mannschaftsdienstgrade und Zivilbeschäftigte, ansonsten länger dienende Unteroffiziere und Offiziere.

"Das Ganzeverläuft ziemlich unspektakulär."

Oberstleutnant Carsten Diers

 

Dass die 80 Soldaten und zivilen Beschäftigten ihre neuen Diensträume im Werksgelände von Airbus beziehen, hat laut Diers rein wirtschaftliche Gründe. Drei Varianten seien untersucht worden: Umbau bei der WTD, Neubau bei der WTD oder die Anmietung von Büros bei Airbus. Und nachdem der Flugzeughersteller auch freie Kapazitäten hatte, entschied man sich für diese Lösung als wirtschaftlichste. Rund 2000 Quadratmeter werden angemietet, was bedeutet, dass der Stab dann weniger Platz hat als in Erding. Dabei handelt es sich allerdings schon um einen abgetrennten Bereich mit eigener Zugangskontrolle.

Dem Stab gehören darüber hinaus unmittelbar die Instandsetzungskooperationen Kampfflugzeuge in Manching und Triebwerke in Erding an. Die Luftwaffe behält mit diesen Kooperationen (die Soldatinnen und Soldaten sind zur Industrie abgestellt) ansonsten wegbrechendes Expertenwissen und verfügt über versierte Soldaten, die beispielsweise im Ernstfall in Krisengebieten beschädigte Flugzeuge reparieren können. Dem Stab zugeordnet ist auch das Waffensystemunterstützungsteam (WUT, früher Typenbegleitmannschaft) Kampfflugzeuge mit Stammsitz WTD-Gelände Manching. Letzteres hat die Aufgabe, notwendige Verbesserungen aus dem laufenden Betrieb heraus mit den Herstellern umzusetzen. "Der Standort Manching ist bekannt für seine Kooperationen", sagt Florian Taitsch. "Das ist für uns nichts Ungewöhnliches", so der Pressesprecher von Airbus. Der Vorteil: kurze Wege und eine enge Verzahnung bei den Aufgaben. Das Systemzentrum 14, ebenfalls dem Waffensystemunterstützungszentrum 1 untersteht, ist auf dem Manchinger Airbus-Gelände beheimatet, arbeitet eng mit dem Konzern zusammen, umfasst weit über 200 hoch qualifizierte Soldaten und ist für die komplexe Technik und Software in den Kampfflugzeugen Eurofighter und Tornado zuständig.

Nach dem Umzug des Stabs von Manching nach Erding soll auch das Instandsetzungszentrum 11 seine Koffer packen. Wobei diese etwas größer ausfallen dürften. Zu den Aufgaben dieser Spezialisten zählt beispielsweise die Instandhaltung von Tornado-Teilen und verschiedenen Waffensystemen, Oberflächenbehandlungen, die Herstellung von Musterwerkzeugen oder die Werkstoffprüfung. Wenn die erforderlichen Neubauten auf dem Gelände der WTD zur Verfügung stehen, wird auch diese Einheit voraussichtlich 2021 umziehen.

Der Fliegerhorst Erding wurde 1956 eröffnet, das Ende des Standorts wurde im Zuge der Reform der Bundeswehr 2011 beschlossen. 2021 soll der letzte Soldat abgezogen sein. Einige wenige Soldaten bleiben in Erding, bei der Instandsetzungskooperation Triebwerke bei der Firma MTU.