Eitensheim: Lichtermarsch gegen Stromtrasse
Josef Loderer vom Energiebündel Eichstätt sprach sich erneut massiv gegen die geplante Stromtrasse aus. Menschen mehrerer Bürgerinitiativen demonstrierten in Eitensheim gemeinsam gegen den Bau durch das Altmühltal - Foto: Gerstmayer
Eitensheim

Die Mitglieder der Bürgerinitiativen (BI) aus Gaimersheim/ Lippertshofen, Buxheim, Eitensheim, Walting, Schuttertal und Denkendorf liefen mit Fackeln und Laternen von verschiedenen Orten aus zur Sebastiankapelle, wo die zentrale Abschlussveranstaltung stattfand. Auch mehrere Bürgermeister waren bei dem Marsch mit von der Partie.

Michael Stampfer, der Eitensheimer Bürgermeister, sagte: „Wir brauchen diese Trasse nicht.“ Und ergänzte: „Gemeinsam schaffen wir das.“ Wichtig seien jetzt die Planung und der Bau von regionalen Gaskraftwerken in Bayern. Sein Kollege aus Buxheim, Peter Doliwa, ergänzte. „Wir glauben an die Energiewende.“ Es sei Wille des Volkes, dass diese Trasse nicht gebaut werde. Er zeigte sich davon überzeugt, dass der monatelange Protest der Bevölkerung letztendlich zu einem Erfolg führen werde.

„Wir sind keine Randalierer, wir sind keine Berufsdemonstranten“, erklärte Günther Bernhardt, stellvertretender Bürgermeister der Marktgemeinde Gaimersheim. Der Protest gegen die geplante Stromtrasse habe völlig unterschiedlich Bevölkerungsgruppen zusammengeführt. Der Widerstand gehe quer durch alle Parteien und Verbände.

Imke Lorenz, die Sprecherin der BI Eitensheim, sagte, man glaube den Aussagen von Landesministerin Ilse Aigner (CSU) nicht. Ihre Meinung sei mal so und mal andersherum. Außerdem werde letztendlich die Entscheidung nicht in München, sondern im Bundestag in Berlin fallen. Ministerin Aigner habe zwar gesagt, es sei höchstens eine Stromtrasse erforderlich. Die Antwort, welche Route sie meine, bleibe sie bis heute schuldig. Lorenz betonte, die Aussagen Aigners seien eher zur Beruhigung der Bevölkerung gedacht.

Ins gleiche Horn stieß Josef Loderer vom Energiebündel Eichstätt. Seinen Worten zufolge sind die Statements Aigners ein erster Teilerfolg. Wichtig sei jedoch das Endergebnis. Wichtiger als die Verlautbarungen Aigners allerdings sei die Meinung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Dieser sei nach wie vor ein glühender Befürworter der Trasse. Gabriel habe sich wiederholt für einen europaweiten Stromhandel ausgesprochen. „Wir aber wollen eine regionale Versorgung mit einer Energie-wende“, so Loderer. Solange Minister Gabriel an seiner Absicht festhält und Großkonzerne fördert, werde der Widerstand nicht abreißen. Loderer rief die Teilnehmer auf, am gemeinsamen friedlichen Protest festzuhalten. „Gemeinsam haben wir Erfolg“, so der Vorsitzende des Energiebündels Eichstätt.

Bereits am kommenden Samstag findet ein Sternenmarsch in Pegnitz statt. Die BI Walting organisiert Busse. Nach dem Motto „Feuer und Flamme gegen die Monstertrasse“, werden dort ein Sternmarsch mit Fackeln (ab 16.30 Uhr) und ein anschließendes Feuerspektakel ein Signal an die Politik senden, dass der Widerstand gegen die Trasse durch die Heimat ungebrochen ist. Politiker, darunter der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, werden in Pegnitz erwartet.