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25.11.2009 21:01 Uhr | 355x gelesen
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Ein großes Maß an Freiheit


Bild: Ein großes Maß an Freiheit .  Ingolstadt (DK) Finanzkrise hin, technologischer Wandel her: Die Mitbestimmung in den Betrieben ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Wirtschaft. Darüber waren sich die Teilnehmer bei einer Podiumsdiskussion einig, die gestern zur Feier des 60-jährigen Bestehens der Arbeitnehmervertretung bei Audi veranstaltet wurde.

Ingolstadt (DK) Finanzkrise hin, technologischer Wandel her: Die Mitbestimmung in den Betrieben ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Wirtschaft. Darüber waren sich die Teilnehmer bei einer Podiumsdiskussion einig, die gestern zur Feier des 60-jährigen Bestehens der Arbeitnehmervertretung bei Audi veranstaltet wurde.


Vor mehr als 450 Gästen eröffnete Jörg Schlagbauer, Leiter des IG-Metall-Vertrauenskörpers bei Audi, den Festakt mit einem Zitat des ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden Fritz Böhm: "Den Arbeitnehmern ist noch nie etwas in den Schoß gefallen. Was wir uns nicht erkämpfen, werden wir auch nicht besitzen", sagte Schlagbauer und warnte davor, die "Axt an die Mitbestimmung zu legen". Der Gewerkschaftsvertreter betonte, dass Audi "voller Zuversicht" die Herausforderungen der Zukunft meistern werde.



In der anschließenden, vom Wirtschaftsjournalisten Adrian Dunskus moderierten Diskussion, berichtete der Vorsitzende der IG Metall Deutschland, Berthold Huber, über die zentralen Probleme in den Betrieben. Demnach seien Beschäftigungsthemen wie die Ausbildung und die betriebliche Übernahme der jungen Mitarbeiter am drängendsten. Wichtig sei zudem, dass die Unternehmensstrukturen es ermöglichten, dass die Beschäftigten eigene Ideen offen formulieren und einbringen könnten. "Bei Audi gibt es das", lobte der IG-Metall-Chef.


Bild: Lob für Audi: Der Vorsitzende der IG Metall Berthold Huber (am Mikrofon) würdigte die Möglichkeiten, dass die Beschäftigten eigene Ideen offen formulieren und einbringen könnten. - Fotos: Stadik
"Ohne den großen Grad an Freiheit wären wir heute nicht da, wo wir sind", bestätigte der Audi-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Mosch die Mitbestimmungskultur beim Autobauer, die seiner Meinung auch ohne gesetzlichen Rahmen funktionieren würde. Um die Arbeitnehmervertretung auch an Standorten im Ausland zu verankern, so Mosch, sei vor wenigen Tagen eine VW-Charta aufgestellt worden. Werner Widuckel, Personalvorstand von Audi, schilderte aus Sicht des Managements, wie wichtig die Mitbestimmung für das Unternehmen sei. "Menschenwürde bekommt man nur über Beschäftigungsmodelle", hob Widuckel hervor.

Der Soziologe Klaus Dörre von der Universität Jena warnte allerdings davor, dass die Anzahl der mitbestimmten Betriebe schrumpfe. "Es besteht die latente Gefahr, dass die Eliten glauben, darauf verzichten zu können", beobachtet der Wissenschaftler. Johann Horn, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Ingolstadt eröffnete schließlich die Wanderausstellung "60 Jahre Arbeitnehmervertretung", die Auszubildende zusammengestellt hatten.

Von Michael Stadik

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