Geisterbräu, Abschlussvorstellung
Z�¶llner, Anton, Vohburg
Vohburg

Zum Abschluss gab es lang anhaltenden Applaus für die Schauspieler, Blumen für die Damen, dazu einige verdrückte Tränen und im Anschluss eine kleine Abschlussfeier für alle Beteiligten in den Kulissen und im Pflegerschloss. Die erfolgreichen Freilicht-Festspiele 2017 sind beendet.

Schon vor der letzten Vorstellung waren die Darsteller in ihren Kostümen und mit der Stadtkapelle vom Kulturstadl zur Vohburger Pfarrkirche St. Peter gezogen und hatten einen Dankgottesdienst gefeiert. Dort lobte auch Stadtpfarrer Thomas Zinecker das gesamte Ensemble der Kolpingfamilie als enorme Bereicherung für Vohburg. In seiner Predigt verglich er die Projektleiter und den Spielausschuss mit dem biblischen Sämann, der aussät und einen riesigen Ertrag bekommt. Die „Vordenker“ machen die Planungen und wählen das Stück aus, sie begeistern anschließend das Ensemble, und wenn der Funke auf die Zuschauer überspringt, sei das der Ertrag der Arbeit. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Agnes-Bernauer-Ensemble unter der Leitung von Tanja Waatsack und der Stadtkapelle.

Für die Projektleitung, die er zusammen mit Ludwig Schleibinger innehatte, zog Peter Schärringer bei der Abschlussfeier ein launiges Fazit. Zuerst lobte er aber die Beteiligten: „Wir sind eine Gruppe von mehr als 100 motivierten Menschen, die als Einheit funktioniert, bei der ein Rädchen ins andere greift und jeder an seinem Platz sein Bestes gibt. So entsteht eine Stimmung und eine positive Energie, dass ich – und ich hoffe, auch alle anderen – sehr viel Kraft aus dieser Erfahrung schöpfen kann. Genau deswegen wäre es nicht gerecht, Einzelne hervorzuheben. Ich möchte mich vor euch verbeugen und einfach zurufen: danke, danke, danke!“

Schlussapplaus Geisterbräu-Freilichttheater Vohburg
Z�¶llner, Anton, Vohburg
Vohburg

Anschließend blickte er auf die Vorbereitungen bis zum Dezember 2015 zurück, als man insgesamt sechs Stücke in der engeren Auswahl hatte. Im Januar 2016 folgte die Abstimmung zugunsten des „Geisterbräu“ von Joseph Maria Lutz. Gleichzeitig wurde Sigi Ostermeier beauftragt, das Stück umzuschreiben, und bei Michael Bleiziffer wurde wegen der Regie angefragt. (Nicht ganz ernst gemeintes Zitat dazu: „Der hat es ja beim Amtsgericht schon ganz gut gemacht.“) Im zweiten Halbjahr 2016 wurde die neue Internetseite erstellt, es wurden Flyer und Plakate gedruckt sowie die Konzepte für die Bühne, die Beleuchtung, die Kostüme, die Musik und die Tontechnik erstellt. Kurz vor Weihnachten begann der Kartenvorverkauf.

Im Februar 2017 fand, so Schärringer, der erste Infoabend im Kulturstadel für alle Mitwirkenden statt. In der Folgezeit wurde die Bühne an zehn Samstagen und mit 500 Arbeitsstunden gebaut. Noch mehr Aufwand verursachte die Technik – mit insgesamt 850 Arbeitsstunden für den Aufbau der Traverse, das Einleuchten und Einmessen sowie die Betreuung bei den Proben. Sechs Tonnen Material wurden verbaut.

Abschlussvorstellung Geisterbräu
Z�¶llner, Anton, Vohburg
Vohburg

„Freilichtfeeling“ herrschte im Mai bei der ersten Probe mit allen Mitwirkenden. Im Lauf der Zeit kamen dann ein Hanomag, ein Cadillac, ein VW Käfer, vier Motorräder, eine Kanone und viele weiteren Requisiten dazu. Helmuth Eisele, zuständig für die Kostüme, hatte immer wieder neue Ideen und feilte an den letzten Details. Die von ihm ausgesuchten Kostüme waren wieder einmal perfekt ausgewählt.

Schärringer berichtete auch von den kleinen und großen Pannen, vom bangen Blick in den Himmel vor fast allen Aufführungen. Noch eine Stunde vor Beginn der Premiere hatte es ordentlich geschüttet, dann wieder aufgehört. Die zweite Vorstellung musste aber wegen eines Gewitters vorzeitig abgebrochen werden. Alle anderen Vorstellungen konnten durchgespielt werden.

Für Gelächter sorgte er mit der Episode von 100 doppelt verkauften Eintrittskarten. Ein neues Geschäftsmodell von Franz Dörfler, zuständig für den Kartenvorverkauf? Aufgrund der begrenzten Anzahl der im Pflegerschloss vorhandenen Stühle hatte er deren Anzahl auf 100 festgelegt. Tatsächlich hatte die Panne am Samstag des mittleren Spielwochenendes die Verantwortlichen gehörig ins Schwitzen gebracht und für ein halbstündige Verzögerung des Beginns gesorgt. Mit den Worten „Wie immer gibt es bei der letzten Vorstellung ein lachendes und ein weinendes Auge“ schloss Schärringer. Und wies auf Kommendes hin: „Die Premiere der Freilichtfestspiele 2019 findet am 27. Juni statt.“