Das Ganze hat nichts mit dem Fipronil-Skandal zu tun, sondern ist eine Protestaktion gegen "Käfighaltung von Fußballfans". So heißt es zumindest in dem Bekennerschreiben, das die findigen Fans von einer eigens eingerichteten E-Mail-Adresse an unsere Zeitung geschickt haben.

Neben den Eiern haben die Aktivisten in der Nacht vor dem Spiel außerdem ein Banner am ungeliebten Gästeblock hinterlassen: "Käfighaltung für Mensch und Tier stoppen!" steht darauf. Ihr Missfallen begründen die Münchner Fans in ihrer E-Mail folgendermaßen. "Während nach Berichten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International über die Internierung gefangener Talibankämpfer in ,Käfigen, die die Mindeststandards für eine menschliche Behandlung unterschreiten' ein empörter Aufschrei der Öffentlichkeit folgte, bleibt das Wegsperren von Fußballfans in ebensolchen Käfigen von den Medien weitgehend unbeachtet und wird stillschweigend hingenommen", schreiben die Unbekannten. "Selbst Hühner scheinen bei der aktuellen gesellschaftlichen Stimmungslage mehr Rechte zu genießen als Fußballfans, einigten sich doch Bund und Länder bereits 2015 auf einen Ausstiegstermin aus der Käfighaltung von Legehennen."

Etwas ernster fügen die Protestler noch hinzu: "Für die Zukunft wünschen sich die Fans der Bayern-Amateure, dass bei den Vereinen und beim Bayerischen Fußball-Verband ein Umdenken stattfindet, dass der Sicherheitswahn endet und Fußballfans nie mehr wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden." Der Vorsitzende des VfB, Thomas Hein, findet die Aktion "zum Schmunzeln", wie er auf Nachfrage sagte. "Dass das Ganze keinen optischen Preis gewinnen wird, ist uns auch klar", meinte er über den umzäunten Gästeblock. Der VfB werde sich bemühen, da noch nachzubessern, Stufen sollen integriert werden. All das sollte eigentlich zum Spiel schon fertig sein, aber die zuständige Firma sei mit ihren Aufträgen nicht hinterhergekommen. Von einem "Sicherheitswahn" will Hein nicht sprechen. Der Bayerische Fußballverband sei den Eichstättern bei den nötigen Umbauten entgegengekommen, sagte der Vorsitzende. "Der BFV muss natürlich schauen, dass die Sicherheit gewährleistet ist." Spiegeleier gab es für die Helfer, die das Spiel am Freitagabend vorbereiteten, leider nicht. "Wir wissen ja nicht, ob das Eier sind, die von dem Skandal betroffen sind", meinte Hein mit einem Lachen. Auch hier geht dann eben die Sicherheit vor.