Drei Schlawiner für ein Halleluja
Ingolstadt (DK) Sie singen gemeinsam im Sunshine Gospel-Chor in Friedrichshofen, doch wenn Hans Possehn, Reinhard Oexler und Eric Damster als "Die drei Schlawiner" auf die Bühne treten, sind ganz andere Töne zu hören. Am heutigen Samstag gibt das Trio in Oberhaunstadt sein erstes eigenes Konzert.

Haben sich schnell eine Fangemeinde ersungen: In der eher ungewöhnlichen Kombination dreier Baritonstimmen sind Hans Possehn, Eric Damster und Reinhard Oexler (von links) eine neue Erscheinung in der Musikszene der Region. Zwei bis drei Mal pro Woche proben sie im Pfarrsaal der Thomaskirche in Friedrichshofen für ihr erstes eigenes Konzert. - Foto: Rehberger
Die Entwicklung der nächsten Monate hat die drei Männer dann total überrascht. "Es ist wie auf einer Welle", sagt Oexler. Mit der eher ungewöhnlichen Konstellation von drei Baritonstimmen stürzten sie sich in das Schlawiner-Abenteuer und eroberten eine Marktlücke in der Region. "Es gibt kaum andere Musiker, die so etwas wie wir machen", sagt Oexler, der sein Geld als Fachinformatiker verdient. Das Trio bietet a capella eine große Bandbreite von bayrischen über wienerische Stücke bis hin zu Swing und Pop.
Sie nutzten jede Gelegenheit, um sich zu präsentieren – sei es bei Gartenfesten oder Verabschiedungen. "Wir waren uns für nichts zu schade", sagt Damster und lacht. "Das ist auch das tolle an a capella", ergänzt Possehn, "man kann immer und überall loslegen, eine Stimmgabel reicht – und die habe ich immer dabei."
Schnell haben sich die Männer einen Fanstamm ersungen, sie wissen mit ihrer stimmlichen Qualität zu überzeugen. Die musikalische Vorbildung ist da. Possehn, ein Oberpfälzer, bringt die klassische Ausbildung als Regensburger Domspatz mit. Als er vor eineinhalb Jahren als Einrichtungsleiter eines Seniorenzentrums nach Ingolstadt kam, hat er sich sofort einen musikalischen Ausgleich zur Arbeit gesucht. Er heuerte beim katholischen Kirchenchor in Friedrichshofen an und zudem bei den evangelischen Kollegen im Sunshine Gospel-Chor. "Das passt einfach super", sagt Possehn, der den Spitznamen "The Voice" – die Stimme – trägt. "Der steht noch vor 200 Leuten, wenn wir schon lange ein Mikrofon brauchen", sagt Damster.
Der gebürtige Hesse ist ebenfalls vor einigen Monaten zum Chor gestoßen. Zwischen Gospels und Spirituals lernten sie Reinhard Oexler kennen, der seit fünf Jahren mitsingt. "Ich hatte früher Musikunterricht, aber zwei Jahrzehnte nichts mehr gemacht. Über meine Lebensgefährtin bin ich dann zum Chor gekommen – der ist das Nest für uns alle."
Das kann Eric Damster nur bestätigen. Er hatte als Liedermacher und Kabarettist schon Solo-Auftritte in der Region. Auch als ehemaliger Darsteller des Opa Heinrich von Unternehmer Heinrich Stiefel kennen ihn vor allem Kinder. Doch seit der Chor-Beteiligung "bin ich etwas geläutert", meint er. "Der Zusammenhalt dort gibt einem einfach Kraft."
Mit Oexler und Possehn versteht er sich super. Alle haben den gleichen Humor. Der Spaß kommt nicht zu kurz. "Wir sind die älteste Boygroup der Welt", sagt Possehn. Seine Stimme hat ihm wie Oexler schon Rollen am Ingolstädter Stadttheater eingebracht. Voriges Jahr spielten sie in sieben Kostümen beim Musical Evita mit. Die Konzentration liegt aber klar auf dem Schlawiner-Projekt. Ein Repertoire von 60 bis 70 Liedern wollen sie sich in den nächsten Monaten erarbeiten. Zwei bis drei Mal in der Woche proben sie dafür. "Anders geht es ja gar nicht", sagt Oexler.
Die Konzertpremiere am heutigen Samstag ist mit 110 Besuchern total ausverkauft. "Den Saal hätten wir locker zwei Mal vollbekommen", sagt Damster. Deshalb haben sie schon ein Wiederholungskonzert fixiert: Am 6. Februar treten die Schlawiner erneut in Oberhaunstadt auf. Die Fanbasis dürfte bis dahin weiter gewachsen sein.
Von Christian Rehberger
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