Parkplatz vor ansprechender Kulisse: Wenn die IFG-Anlage an der Jahnstraße beizeiten eine deutlich höhere Kapazität erhalten soll, kann das wahrscheinlich nur durch Aufstockung mit einem Oberdeck gelingen. SPD und Grüne warnen allerdings vor zu rigorosen Plänen, die diesen Ausblick auf die Stadtsilhouette beeinträchtigen könnten.
Eberl
Ingolstadt

Eine Abkehr von den bisherigen Tagespauschalen auf den IFG-Parkplätzen bzw. in den Parkhäusern und Tiefgaragen der städtischen Tochtergesellschaft wäre mit erheblichen Gebührenausfällen verbunden. Auf Basis der letztjährigen Werte wurde errechnet, dass eine Änderung mit einem Einnahmeverlust von rund 280 000 Euro einhergehen würde.

Bislang (und auch weiterhin) müssen Autofahrer, die ihren Wagen über Nacht auf einem IFG-Parkplatz stehen lassen, die Tagespauschalen für den Anfahrts- und den Abfahrtstag zahlen, obwohl sie das Fahrzeug in der Summe meistens keine 24 Stunden abgestellt haben. SPD-Fraktionschef Achim Werner hatte argumentiert, dass hier letztlich für nicht erbrachte Leistungen gezahlt werden müsse; ein 24-Stunden-Ticket sei einfach gerechter.

Oberbürgermeister Christian Lösel (CSU) führte im Verwaltungsrat allerdings ins Feld, dass die IFG Gebührenausfälle durch eine Neuregelung wahrscheinlich durch allgemeine Erhöhungen der Parkgebühren auffangen müsse. Lösel schloss eine Bevorzugung weniger zum Nachteil aller Parkplatznutzer aber kategorisch aus. Dieser Auffassung schloss sich dann auch die große Mehrheit der Verwaltungsräte an.

Zwei andere Beratungspunkte, die auf einen bereits vor einigen Wochen gestellten CSU-Antrag zurückgingen, sind im IFG-Kontrollgremium nach Erörterung der möglichen Konsequenzen (auch finanzieller Art) praktisch einkassiert worden. Zum einen gelangte man mehrheitlich zu der Auffassung, dass die Einführung eines Halbstundentaktes in den Tiefgaragen und am Hallenbadparkplatz (jährliche geschätzte Mindereinnahmen: rund 230 000 Euro) nicht wünschenswert sein kann.

Zum anderen ist die Idee, in der Theatertiefgarage besondere Parkplätze für breite SUV anzubieten – wie bereits gestern kurz berichtet – erst einmal auf Eis gelegt worden. Die Kosten für die technische Umsetzung in Höhe von rund 44 000 Euro wären hier wohl noch das kleinere Problem, und die dann wohl nötigen höheren Parkgebühren für die Nutzer wären wohl auch politisch durchsetzbar. Knackpunkt aber wäre die Kontrolle in der Praxis: Wer sollte verhindern, dass sich SUV-Fahrer nach wie vor auf günstigere Plätze stellen und dort weiterhin andere Nutzer behindern? Für OB Lösel war eines schon klar: „Wenn wir dafür dann Personal benötigen, macht es keinen Sinn mehr.“

Kommen wird indes wohl früher oder später eine Erweiterung des Parkplatzes am Hallenbad – wahrscheinlich durch eine Aufstockung mit einem Oberdeck. Der Verwaltungsrat hat der IFG jetzt freie Hand gegeben, bei einem Kostenrahmen von 30 000 Euro mehrere Studien (noch keine Planung!) zu diesem Thema erstellen zu lassen. Grünen-Sprecherin Petra Kleine bat zwar um Prüfung, ob nicht auch eine ebenerdige Erweiterung der Fläche an der Jahnstraße infrage kommen kann, doch ist die Gewinnung von vielen neuen Stellplätzen nach Mehrheitsmeinung im Gremium so kaum vorstellbar. Auch Manfred Schuhmann (SPD) warnte vor einer rigorosen Aufstockung, die den Blick auf die Stadtsilhouette vom Künettegraben aus verstellen würde. In die Tiefe wird man an dieser Stelle mit Rücksicht auf den archäologisch bedeutsamen Untergrund (Festungsanlagen) kaum gehen können.

Alle Beratungspunkte zur Parkplatzsituation wurden übrigens erst auf Antrag von BGI-Fraktionschef Christian Lange in öffentlicher Sitzung behandelt. Die Verwaltung hatte sie – obgleich allesamt für die Bürger von Bedeutung – auf die Tagesordnung für den nichtöffentlichen Teil gesetzt.