Im Spiegel des Künstlers: Das Ingolstädter Sammlerehepaar Manuela und Andreas Wittmann bei der Vernissage der Ausstellung von Daniel Gustav Cramer.
Eberl
Ingolstadt
Zwei grellweiße Steine in einem weißen Regal, Papierstapel mit Texten auf dem Boden, zwei teils blinde Spiegel an den Wänden. Fundstücke, Erinnerungsobjekte, Wegweiser zu Orten und zum Innenleben. Reduziert und konzentriert sind die Objekte und Installationen, die das Ingolstädter Sammlerehepaar Manuela und Andreas Wittmann in den privaten Ausstellungsräumen im Hintergebäude an der Theresienstraße 25 zeigt. Auf den ersten Blick hermetisch kommen die Werke des 1975 in Neuss geborenen Künstlers daher. Sie lenken den Blick jedoch auf Landschaft, auf Geschichte, auf Empfindungen, auf Ereignisse, die des Künstlers und die der Besucher.
 
Allein die beiden Stücke von den Kreidefelsen auf Rügen setzen eine Gedankenkette, eine Bedeutungskaskade in Gang. Wie auch die Videoarbeit, aufgenommen in den Marmorsteinbrüchen von Carrara und an der Ligurischen Küste. Der Künstler - der mit seiner Frau Haris Epaminonda 2012 auf der documenta 13 vertreten war, und die voraussichtlich im Herbst im T25 ausstellen wird - arbeitet hier mit ruhigen Bildern und kurzen Sätzen, die auf dem schwarzen Bildschirm erscheinen, die Situationen evozieren, die das Kopfkino in Gang setzen. Cramer stellt mit seinen Werken Fragen zur Wahrnehmung von Zeit und Raum, von Natur und Kultur.
 
Spiralen und Muster: Werk von Marie-Luise Heller im Museum für Konkrete Kunst.
Eberl
Ingolstadt
Den Spuren einer Künstlerin, die in diesem Jahr hundert Jahre alt geworden wäre, folgt der Besucher im Museum für Konkrete Kunst. Volles Haus wieder bei der Vernissage, die musikalisch vom Saxofonisten Christoph Lehner aus Regensburg begleitet wurde. Farbig leuchtende Werke, die mit der Wahrnehmung der Besucher spielen, verblüffende Objekte aus doppeltem Acrylglas und Sprühlack und experimentelle, zweidimensionale Exponate, Gemälden gleich, aus flüssigem und gefärbtem Plexiglas und Filzstift.
 
Knallbunte Werke von Marie-Luise Heller: Alexandra Liebherr, Kuratorin der Ausstellung, Galeristin Claudia Weil und Simone Schimpf, Direktorin des MKK (von links), bei der Vernissage der Ausstellung.
Eberl
Ingolstadt
Es sind Kompositionen aus Gittersystemen, Linien und Spiralen, Geflechten oder ineinander verschlungenen Bändern. Die Schau im Erdgeschoss des Museums an der Tränktorstraße bietet die Entdeckung einer Künstlerin, die in den vergangenen Jahren endlich und verstärkt in den Blick der Galeristen, Ausstellungsmacher und Kunstinteressierten geraten ist, wie MKK-Direktorin Simone Schimpf und die Kuratorin der Schau, Alexandra Liebherr, betonten. 1918 in Worms geboren, war Marie-Luise Heller ihr ganzes Leben kontinuierlich und konsequent künstlerisch tätig. Sie ist in den 30er-Jahren nach Paris gereist, hat Pablo Picasso getroffen, hat in Frankfurt und München gelebt und studiert und muss eine beindruckende Frau gewesen sein, wie Claudia Weil, Galeristin aus Friedberg, aus deren Fundus die Werke stammen, sagte: „Weltgewandt, streng wirkend, elegant auf ganz eigene Weise, gewitzt und gebildet.“
 
Dass ihr faszinierendes Werk erst spät die verdiente und umfassende Würdigung erfährt, kann exemplarisch für viele Künstlerinnen gesehen werden, die sich im Kunstleben und auf dem Kunstmarkt gegen die männlichen Kollegen nur schwer durchsetzen konnten.
  • T25, Theresienstraße 25, Ingolstadt: bis 14. Juli, Samstag von 16 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung. www.slg-wittmann.de
  • Museum für Konkrete Kunst, bis 17. Juni, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. www.mkk-ingolstadt.de