Der erste Spargel: Miriam Herrmann (23) und Max Jobst (24) aus Ingolstadt kaufen bei Marianne Wölkhammer ein.
Der erste Spargel: Miriam Herrmann (23) und Max Jobst (24) aus Ingolstadt kaufen bei Marianne Wölkhammer ein.
Eberl
Ingolstadt
Marianne Wölkhammer und ihr Kollege Josef Grasmeir vom Spargelhof Sigllechner haben am Samstagvormittag gut zu tun. Die Schlange wird und wird nicht kürzer. Im Minutentakt packen sie den Spargel in Tüten, wiegen ihn ab und geben ihn den Kunden. Bereits das dritte Mal stehen sie heuer auf dem Theatherplatz. "Manchmal stehen die Leute von beiden Seiten Schlange, weil sie Angst haben, dass sie nichts mehr bekommen", sagt Marianne Wölkhammer.

Heute findet aber jeder Kunde noch etwas. Auch wenn der grüne Spargel besonders schnell vergriffen ist. "Die Nachfrage nach dem Grünen steigt in den letzten Jahren ständig an", sagt Wölkhammer. "Er lässt sich leichter schälen." Aber auch der Bruch werde sehr gut angenommen. Den Spargel bieten Wölkhammer und Grasmeir ganz frisch an. "Er ist erst am Vortag gestochen worden", sagt Wölkhammer.

Eine 40-jährige Ingolstädterin steht gerade an dem Stand und erhält ihre Tüte. Sie hat sich für die etwas dickeren Spargelstangen entschieden. "Wenn man schält, dass dann noch etwas dran ist." Zubereiten wolle sie den Spargel ganz klassisch. "Einfach mit Butter, Kräutern und dazu Kartoffeln."

Maria Riedel aus Ingolstadt ist vor allem wegen der günstigeren Bruchstücke zu dem Stand gekommen. Dabei sucht die 77-Jährige die Dünneren heraus. "Da muss man nicht so viel schälen", sagt sie. Den Spargel kaufe sie für ihre Nachbarin, die noch älter sei als sie und deshalb nicht mehr so gut zu Fuß ist. "Sie will sich daraus eine schöne Suppe kochen."

Aber nicht nur Ingolstädter kommen am Wochenende auf den Wochenmarkt für den Spargel. Klaus Müller wohnt in Nürnberg. Aber da seine Lebensgefährtin in Ingolstadt lebt, ist er übers Wochenende hier. Ob es sich dabei um den Schrobenhausener Spargel handelt, den er da kauft, ist ihm nicht so wichtig. "Ich kaufe den, der da ist", sagt er. Und was gibt es zum Spargel dazu? "Ganz klassisch. Sauce Hollandaise, Schinken und Kartoffeln."

Auch aus dem fernen Passau reisen die Spargelkunden an. Gudrun Bredl kommt mit ihrem Neffen Konstantin Präbst auf den Wochenmarkt. Der Grund: Ihre Schwester, die in Ingolstadt wohnt, hat an diesem Wochenende Geburtstag. "Und Spargel gibt es in Passau bis jetzt noch nicht", sagt sie.

Mittlerweile sind fast alle Körbe leer. Nur noch einige Spitzen und ein paar Bruchstücke sind noch übrig. "Wir haben heute sicher gut 400 Kilo Spargel verkauft", sagt Josef Grasmeir. Der Kundenstrom in den nächsten Wochen wird sicher nicht abnehmen. Aktuell kostet bei ihnen das Kilo zwischen 11 und 13 Euro, je nach Klasse. "Der Spargel wird in den nächsten Wochen aber sicher noch billiger", sagt Marianne Wölkhammer. "Jetzt, nach den kalten Wochen, wo der Boden mehr Wärme hat, kann noch mehr geerntet werden."