Böhmfeld: Lang ersehnte Rückkehr ins Gotteshaus
Die Böhmfelder Pfarrkirche St. Bonifatius erhielt eine umfassende Innensanierung. - Foto: Rudolf Nieberle
Böhmfeld

Die Innenrenovierung sollte eigentlich schon vor zehn Jahren in Angriff genommen werden, doch dann kam alles anders: Bei der ebenfalls begonnenen Renovierung des Kirchendachs zeigte sich, dass die Schäden größer waren als erwartet, und so wurden diese Arbeiten umfangreicher und teurer als geplant. So musste die Innenrenovierung um einige Zeit verschoben werden, bis wieder Geld da war.

Im Herbst 2016 war nun die Finanzierung gesichert, sodass die Arbeiten im Innenraum beginnen konnten. Der anvisierte Abschluss Ende April 2017 stellte sich rasch als unrealistisch heraus - die Schäden vor allem an der Kirchendecke, die für den Betrachter kaum zu sehen waren, machten eine deutlich umfangreichere Sanierung notwendig. Auch verzögerten sich die Elektroarbeiten, sodass es doch deutlich länger dauerte als geplant. Aber nun ist alles abgeschlossen. Die Pfarrkirche steht wieder zur Verfügung.

Dies soll der Anlass sein, einen Blick auf die fast tausendjährige Geschichte der Pfarrkirche zu werfen. Namensgeber der Kirche ist der heilige Bonifatius, von dem es heißt, dass er in Begleitung des Grafen Suitgart von Hirschberg, mit seinem Neffen, dem heiligen Willibald, auch nach Böhmfeld gekommen sei und hier zwei christliche Familien und eine Kapelle angetroffen habe. Die erste urkundliche Erwähnung Böhmfelds erfolgte am 24. Juli 1035 in der Gründungsurkunde des Klosters St. Walburg in Eichstätt. Luitger, ein begüterter Graf von Graisbach, schenkte dem Kloster mit Zustimmung Bischof Heriberts Güter zur Lebenssicherung der Klosterfrauen, darunter einen Lehenhof in Böhmfeld, damals Pemminueld geschrieben.

Die erste Kirche in Böhmfeld wurde in den Jahren 1057 bis 1059 erbaut und von Bischof Gundekar II. im Jahr 1059 oder 1060 zu Ehren des heiligen Bonifatius eingeweiht. Seit dieser Zeit haben die Bischöfe die kirchlichen Rechte in Böhmfeld. Aus dieser ersten Kirche ist wahrscheinlich noch ein Teil im Untergeschoss des Turmes erhalten.

In den folgenden Jahrhunderten war das Leben der Menschen in Böhmfeld eng mit dem Kloster Sankt Walburg in Eichstätt verbunden, das einen großen Teil des damaligen Orts in Besitz hatte und die Zehentrechte ausübte. Böhmfeld war zu dieser Zeit eine Hofmark des Klosters. Im Jahr 1391 wird mit Seyfrid de Helt der erste Pfarrer von Böhmfeld namentlich genannt, der aus Ingolstadt stammte und zugleich auch Schambach betreute. Da die Kirche schon damals an ihrem heutigen Platz stand, das Pfarrhaus aber an der Schelldorfer Straße, bekam Pfarrer Johann Rudiger 1509 von Sankt Walburg die Erlaubnis, das neue Pfarrhaus neben der Kirche zu bauen.

Um 1595 wurde die Kirche an den bestehenden mittelalterlichen Turm erweitert und dabei auch restauriert. 1690 ist die erste Orgel in der Kirche erwähnt. 1747 wurde das Pfarrhaus von 1509 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. 1793 wurde Schambach von Böhmfeld getrennt und mit Attenzell zusammengeschlossen.

Pfarrer Willibald Amler ließ um 1793 die Kirche umbauen und das Langhaus durch Domenico Maria Salle, den letzten Graubündner Baumeister im Hochstift Eichstätt, vergrößern. Dabei wurde die Kirche grundlegend umgestaltet, da sich die Altäre an der Westseite befanden. Diese wurden nun an die Ostseite verlegt, wodurch auch der Eingang und die Sakristei neu gestaltet werden mussten.

1859 wurde eine neue Orgel gesetzt, die aber bereits 1904 durch die jetzige Orgel der Firma März aus München ersetzt werden musste. 1890 erhielt die Kirche ihre jetzige Größe. Sie wurde in Richtung Westen um acht Meter verlängert. Die Gesamtlänge beträgt seither 21 Meter, die Breite 9,83 Meter. Eingebaut wurde auch die Empore für die Orgel. 1900 erfolgte eine barockisierende Renovierung durch den Maler Anton Luxenhofer aus Neumarkt. 1901 wurde das große Deckengemälde mit dem Bild des heiligen Bonifatius vom Münchner Maler Leonhard Thoma angefertigt.

1937 erfolgte eine Innenrenovierung. 1955 wurde der Innenraum durch den Kirchenmaler Georg Löhnert vollständig renoviert und die vier Eckmedaillons mit den Diözesanheiligen Willibald, Walburga, Wunibald und Sola ergänzt. Dabei wurde auch der Stuck an den Decken aufgebracht. 1973 wurde der Innenraum erneut renoviert.