Angst vor der Blechlawine
Ingolstadt (DK) Reger Andrang herrschte am Donnerstagabend im Pfarrsaal St. Christoph. Der SPD-Ortsverein Friedrichshofen/Hollerstauden hatte zu einer Diskussion zum Thema "Verkehrsentlastung von Friedrichshofen – ein Wunschgedanke" geladen, und stieß damit auf großes Interesse.
Heiß diskutiert wurde in St. Christoph die Idee, das Klinikum vom Westen her mit einer weiteren Straße zu erschließen – eventuell als Verlängerung der bestehenden Levelingstraße. Stadtrat Anton Böhm sprach sich gegen eine solche Durchgangsstraße aus, da die Entlastung der Friedrichshofener Straße in keinem Verhältnis zum erhöhten Verkehrsaufkommen in der Levelingstraße stünde. Heribert Fastenmeier, Geschäftsführer des Klinikums, betonte, dass man das Möglichste gebe, um das Verkehrsaufkommen gering zu halten – auch wenn das Klinikum weiter wachse. So könne beispielsweise jeder Mitarbeiter kostenlos Bus fahren.
Auch der Ausbau des GVZ und dessen Auswirkungen auf den Verkehr erhitzten die Gemüter. Werner Richler, Geschäftsführer der städtischen Tochtergesellschaft IFG, warb für das Projekt. "Wenn wir das GVZ nicht hätten, müsste Ingolstadt bis zu vier Mal so viel Verkehr bewältigen wie jetzt", wehrte sich Richler gegen Vorwürfe. "Wir haben derzeit 29 000 Ladeeinheiten auf unseren Gleisen, das entspricht 29 000 Lkw, die nicht auf den Straßen sind. Unsere Gleise reduzieren den Straßenverkehr. So einfach ist das."
Dass im Zuge des GVZ-Ausbaus auch die Gaimersheimer Straße weichen wird, war insbesondere für Manfred Meier ein Thema. "Aus unserer Sicht müsste die Straße in ihrer alten Lage bleiben, doch das ist jetzt ja vom Tisch", bedauerte er. "Umso mehr wünschen wir uns, dass keine komplett neue Trasse angelegt wird, sondern dass sich unser Vorschlag eines Schwenks südlich des GVZ durchsetzt."
Günther Bernhardt, stellvertretender Bürgermeister der Nachbargemeinde Gaimersheim, plädierte dafür, bei der Verkehrsplanung auch auf eine vernünftige Nahverkehrslösung zu achten. Auch eine direkte Querverbindung von Gaimersheim zum Westpark ist ihm wichtig.
Als Vertreter des Westparks war dessen Manager Frank Hausschmid geladen. Er betonte, dass nicht das Einkaufszentrum, sondern die Audi-Mitarbeiter die größten Verkehrserzeuger seien. Im übrigen würde auch eine Westpark-Erweiterung um 10 000 Quadratmeter die Verkehrsbelastung nicht wesentlich erhöhen.
Von Frauke Milenz
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