Die Vorstände der Raiffeisenbanken Berching-Freystadt-Mühlhausen und am Rothsee wollen ihre Raiffeisenbanken fusionieren. Andererseits werden Filialen geschlossen. Möning ist schon geschlossen, Sulzkirchen folgt bald, Mühlhausen wackelt - und die Gebühren steigen. Der Service für die Kunden und die Mitglieder wird sich weiter verschlechtern. Mit dem Zusammenschluss sind auch kaum Kosteneinsparungen möglich. Raiffeisenbanken zahlen für Dienstleistungen des Genossenschaftsverbands entsprechend ihrer Größe.

Die beiden Raiffeisenbanken in Beilngries und Plankstetten zeigen, wie man erfolgreich eine kleine Bank führt. Größere Einheiten sind kein Allheilmittel und machen Entscheidungen langsamer. Die Raiffeisenbank Beilngries betreibt in Berching Wohnungsbau - nicht die Raiffeisenbank vor Ort. Die Raiffeisenbank Plankstetten hat unter anderem ein innovatives Genossenschaftsmodell auf Aktienbasis. Hier hat das Mitglied Anteil an den Rücklagen, die aus seiner Einlage erwachsen, und im Falle eines Ausscheidens erhält das Mitglied neben der Einlage auch die aus seiner Einlage erwachsenen Rücklagen. Bei der Raiffeisenbank Berching-Freystadt-Mühlhausen sind die Rücklagen nur die Verfügungsmasse des Vorstands. Beim Ausscheiden als Genosse gehen die Rücklagen für den Betroffenen verloren und verbleiben bei der Bank. Wichtiger als eine Fusion wäre ein zukunftsweisendes und nachhaltiges Profil.

In Freystadt baut die Raiffeisen eine neue Lagerhalle und ist nicht mal bereit, über Photovoltaik zu sprechen. Und das, obwohl man bei der letzten Generalversammlung ein Engagement für erneuerbare Energien in die Satzung aufgenommen hat. Die Vorstände und Aufsichtsräte der Raiffeisenbank in Berching beschäftigen sich scheinbar lieber mit Fusionen statt mit Notwendigkeiten, Initiativen vor Ort, oder gar mit Kundenwünschen.

Die Profiteure einer Fusion wären vor allem die Vorstände. Entsprechend der neuen Bilanzsumme werden sie nach einer Übergangszeit ihre üppigen Bezüge noch mal deutlich erhöhen. Das Versprechen, dass die Vorstandsbezüge nicht erhöht werden, wird vermutlich genau so lange halten wie bei den letzten Fusionen. Die Pensionsrückstellungen müssen natürlich auch entsprechend erhöht werden. Hier geht es um Millionen. Da die Aufsichtsräte ja von den Vorständen in der Regel vorgeschlagen wurden, ist keine kritische Äußerung von deren Seite zu erwarten.

Josef Neumeyer, Stadtrat,

Kastanienstraße 16,

Berching