Zell: Ein Fest für alle Sinne
Foto: Manfred Klier
Zell

Am Anfang stand ein feierlicher Gebärdengottesdienst, den der emeritierte Dompropst Klaus Schimmöller aus Eichstätt im Festzelt zelebrierte. Das Tagesthema „Begegnung, Bewegung und Erholung“ stand im Mittelpunkt. In seiner Ansprache ging Schimmöller auf das Markusevangelium ein, in dem Jesus den Kindern begegnet. In einem rührenden Anspiel wurde diese Szene von Kindern mit Behinderung dargestellt. „Wir lehnen Nichtbegegnung ab“, betonte Schimmöller und bedankte sich bei Eltern und Betreuern für ihre aufopferungsvolle Erziehungsarbeit.

Die Pfraunfelder Blaskapelle eröffnete im Anschluss das weltliche Fest. Es war nicht nur die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler gekommen, sondern auch etliche Bürgermeister der umliegenden Gemeinden. Verkaufsstände der Zeller Wohngruppen und einer äthiopischen Asylbewerberfamilie, Losbude, Klöppeln und Korbflechten, Glücksrad, Hüpfburg und Schminkaktionen waren einige der vielfältigen Angebote.

Gut angenommen wurde der neue großzügige Begegnungspark. Vor allem das Spiel im und mit dem Wasser war an diesem Sommertag gerade bei den Kindern heiß begehrt. Ponys standen zum Ausritt bereit. Kräuterpädagogen gaben Informationen, Direktvermarkter verkauften ihre Waren und auch die Zeller Werkstätten präsentierten sich.

Das Kompetenzzentrum für Ernährung zeigte die Herstellung von Kräutersalz. Im Kräuterlabyrinth konnte man an Führungen teilnehmen. Die Berufsbildungswerke München und Nürnberg informierten und im Förderzentrum gab es einen Tag der offenen Tür. Unterstützte Kommunikation, Hörerziehung, Audiometrie und die Herstellung eines Handyhalters wurden dort demonstriert. Besonders Mutige erklommen die Kletterwand, andere versuchten sich im Dosenwerfen.

Dass die Versorgung mit Speisen und Getränken nicht zu kurz kam, versteht sich von selbst. In eine lange Warteschlange mussten sich die Besucher in der Begegnungsstätte vor dem Kaffee- und Kuchenbüfett einreihen. Unter dem schattigen Blätterdach war das ZellKulturCafé stets gut besucht. Hier bot das Pfitzinger Trio, bestehend aus Mitarbeitern von Regens Wagner Zell, gefällige Jazz-Improvisationen. Spontan gesellten sich die Eltern eines behinderten Kindes mit Gitarre und Gesang dazu. Die Gruppe Gwerch erfreute mit Franken Folk und Titeln wie „Passt scho“ und „Es kommt, wie es kommen muss“. Clown Pepito brachte das Publikum zum Lachen und Pantomamo zeigte gekonnte Pantomime.

An anderer Stelle spielte das Forchheimer Duo „Sweet Lullaby“ auf. Wer es etwas gruselig haben wollte, der stellte sich zusammen mit Mitgliedern der „Star Wars Fans“ aus Nürnberg zu einem futuristischen Erinnerungsfoto. Die Kulturbühne zeigte ein farbengewaltiges Schwarzlichttheater. Dieses mit den gehörlosen Akteuren einzustudieren, war mit Sicherheit kein leichtes Unterfangen. Im Dunkelcafé konnten sich die Besucher in die Welt blinder Menschen und deren Probleme auf beeindruckende Weise einfühlen.

Nicht zuletzt vom herrlichen Wetter begünstigt wurde die hervorragende Organisation des Festes durch den Besucherandrang bis in die frühen Abendstunden belohnt. Die vielen fröhlichen Gesichter, in die man sowohl bei den Bewohnern als auch bei den Besuchern blickte, waren der Beweis, dass das Konzept der Begegnung und der Inklusion voll aufgegangen war. Das nächste große Fest wird am 17. Juli anlässlich der Verabschiedung von Schwester Gerda stattfinden, die eine neue berufliche Aufgabe übernimmt.