Eindrucksvoll wirkt diese Skulptur von Michaela Biet.
Eindrucksvoll wirkt diese Skulptur von Michaela Biet.
Foto: Klier
Roth


Die Künstlerin ist seit rund 30 Jahren als Epithetikerin tätig. Sie beschäftigt sich mit der naturgetreuen Erstellung von Gesichtsteilen für Menschen mit Gesichtsdefekten. Die Kunst der Epithese hat es sich zur Aufgabe gemacht, "defekte" Gesichtsteile wie Augen, Nasen und Ohren durch naturgetreue Nachbildungen aus Glas, Porzellan oder Kunststoff zu ersetzen. Zur Ausstellungseröffnung im Rother Schloss Ratibor sagte Bürgermeister Ralph Edelhäußer, dass die Arbeiten von Michaela Biet vielen Menschen und Lebensmut schenkten.

Die Laudatio hielt Museumsleiter Guido Schmid. Kunst könne in diesem Fall sowohl für den Künstler, als auch für den Betrachter heilend wirken. In besonderem Maße aber für diejenigen Menschen, die ein Körperteil verloren haben. Der Spannungsbogen bei den Kunstwerken reiche weit. So werden beispielsweise Viren und Bakterien überdimensional künstlerisch dargestellt.

Die Künstlerin geht es in ihrem Schaffen um möglichst naturgetreue Nachbildungen. Sie gab detaillierte Informationen über den Entstehungsprozess, beispielsweise einer künstlichen Nase. Aus einem Wachsmodell wird ein Gipsnegativ erstellt, das mit Silikonschichten ausgefüllt wird. Dann beginnt die eigentliche Feinarbeit. Hautfarbe, Falten und andere Details müssen akribisch genau an den Patienten angepasst werden. Eine Möglichkeit der Befestigung sind kleine Magnete, die von einem Chirurgen implantiert werden. Zu dieser Sonderschau, die bis 1. Juli dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr gezeigt wird, hat Museumsleiter Guido Schmid einen Begleitbildband herausgegeben.

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