Thalmässing: Kampf gegen Kunststoff
Möglichst wenig Plastik verwenden wollen Petra Sollmann (links) und Christa Weglehner in ihrem Alltag. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft präsentieren regionale Produkte, die möglichst ohne Verpackung verkauft werden. Mit der Dokumentation "Plastic Planet" von Werner Boote wollen sie nun auch die Besucher eines Filmabends zum Umdenken bewegen. - Foto: Stephan
Thalmässing

Der Eintritt kostet fünf Euro. Gezeigt wird die Dokumentation "Plastic Planet" von Werner Boote, der die Gefahren von Plastik aufgreift - und Kunststoffe letztendlich als globale Bedrohung beschreibt.

Zwölf Millionen Tonnen Kunststoffe werden in Deutschland jährlich hergestellt, 9,6 Millionen Tonnen verbraucht (Stand: 2011), schreibt das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt in seiner aktuellen Ausgabe, die vor Petra Sollmann und Christa Weglehner auf dem Tisch in Feinschluck liegt. Ein viel zu hoher Konsum von Plastik - und außerdem völlig unnötig, finden die beiden Mitglieder der Interessengemeinschaft. "Natürlich ist es schwierig, gar kein Plastik im Alltag zu verwenden", räumt Sollmann ein. "Aber man kann es auf jeden Fall reduzieren."

Mit dem Filmabend wollen die Regionalerzeuger aus dem Gemeindegebiet Thalmässing die Zuschauer zum Umdenken bewegen. "Wir möchten die Menschen zum Nachdenken bringen, damit sie beim nächsten Einkauf zum Beispiel weniger Plastik verbrauchen und eine Tasche mitnehmen", sagt Sollmann. Regional und unverpackt seien die entscheidenden Worte, fügt Weglehner an und erläutert damit, auf welche Kriterien im Supermarkt oder auf dem Markt geachtet werden sollte. Um den Zuschauern zu verdeutlichen, welche Möglichkeiten es in der Region zur Plastikeinsparung gibt, werde es nach der Hälfte des Films deshalb ein kaltes Buffet mit Häppchen geben - bereitgestellt von den Direktvermarktern aus dem Land um Stauf.

Ausschlaggebend für die Planung der Veranstaltung waren unter anderem eigene Erfahrungen der Regionalerzeuger. "Der Film ist wirklich schockierend", schildert Sollmann. Schon allein das Wissen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Plastik auf das Hormonsystem habe sie selbst dazu bewegt, umzudenken. "Ich kaufe jetzt viel mehr auf dem Bauernmarkt ein", erzählt Sollmann. Jeder müsse für sich selbst entscheiden, wie weit er für den Verzicht auf Plastik gehen möchte. "Aber wenn man nur zwei statt drei gelber Säcke im Monat rausstellt, ist das schon ein Fortschritt."

Um den Abend abzurunden, schließt sich eine Gesprächsrunde an, die die Auswirkungen des hohen Plastikkonsums in der Region aufzeigen soll. Außerdem haben die Direktvermarkter einige Gäste eingeladen: Unter anderem wird Thomas Linhardt seine Idee des ersten Unverpackt-Ladens "ZeroHero" in Nürnberg vorstellen. Anne Tieseler wird außerdem erzählen, wie sie es schafft, (fast) ohne Plastik zu leben, und Anne Mäusbacher von den sogenannten Beachcleanern skizziert ihr Streben danach, die Strände dieser Welt von Plastik zu säubern.

"Man muss den Menschen nur zeigen, dass es diese Alternativen gibt", sagt Christa Weglehner. "Denn das Thema ist nicht nur in der Stadt präsent, sondern auch bei uns auf dem Land."