Thalmässing: Brennende Leidenschaft für das Zweirad
Rechtzeitig zum Beginn der Freiluftsaison feiern die Motorradfreunde einen ökumenischen Gottesdienst. Er ist fester Bestandteil des umfangreichen Jahresprogramms des Vereins, der an diesem Wochenende seinen 35. Geburtstag feiert - Foto: Karch
Thalmässing
Aus den Jugendlichen, die sich in den 70er Jahren auf dem Marktplatz in Thalmässing trafen und die ihre Liebe zu Motorrädern verband, sind inzwischen längst gestandene Familienväter und Opas geworden. Nicht geändert hat sich die Liebe zu ihren Maschinen und ihre Bereitschaft, sich in der Marktgemeinde gesellschaftlich zu engagieren.

Aller Anfang ist schwer: Die Begeisterung der Jugendlichen für das Motorradfahren wurde vor fast 40 Jahren von deren Eltern nicht geteilt. Im Gegenteil: „Unsere Eltern, Anfang der 40er, Anfang der 50er Jahre gezwungenermaßen selbst mit dem Motorrad aufgewachsen, waren strikt gegen das Motorradfahren“, erinnert sich Jürgen Herzog. „Unsere Begeisterung für dieses Hobby kannte jedoch keine Grenzen, und so bearbeiteten wir unsere Eltern so lange, bis sie es zwar nicht erlaubten, aber duldeten.“ Damit war der Weg frei, dem Hobby zu frönen. Immer mehr junge Leute teilten diese Begeisterung. Im September 1977 wurde im Gasthaus Zum Eck der Club Motorradfreunde Thalmässing gegründet.

Schon ein Jahr später veranstaltete der Verein auf dem Falkenzeltplatz bei Reinwarzhofen sein erstes Motorradtreffen. „Zu dieser Hufeisenrallye, die eigentlich nur eine Bildersuchfahrt sein sollte, fanden sich dann fast 200 Gäste ein“, blickt Kurt Hölzel zurück. Bei den nächsten Treffen waren bis zu 380 Teilnehmer aus Schweden, Österreich, Deutschland und der Schweiz dabei, die sich unter anderem mit einem Geschicklichkeitsturnier und Spielen wie Stoalupfa und Mofaweitwurf unterhielten. Zehn Jahren wurden diese großen Treffen organisiert, dann wollten sich die Motorradfreunde etwas Ruhe gönnen. 1988 wurde als Alternative zum ersten Mal ein Oldtimertreffen veranstaltet. Alle zwei Jahre fand sich der „Harte Kern Europas“, zu dem sich Motorradfahrer aus ganz Deutschland zählen, zu privaten Treffen zusammen.

Die Motorradfreunde sind auch gesellschaftlich sehr aktiv: So wandert der Verein jedes Jahr an Heilig-Drei-König und an Ostern und feiert in der Faschingszeit einen Kappenabend. Bevor am 1. Mai zu einer gemeinsamen Ausfahrt gestartet wird, wird mit den Bikern aus der Umgebung ein ökumenischer Motorradgottesdienst gefeiert, an sich eine Segnung anschließt. Geboten werden auch mehrtägige Ausfahrten und der Besuch von verschiedenen Treffen. Mitglieder des Motorradclubs sind auch als Nikolaus unterwegs. Auch am Ferienprogramm hat sich Verein regelmäßig beteiligt mit Angeboten wie dem Vater-und-Kind-Zelten oder einer Fahrradrallye. Legendär sind auch die Schlittenrennen auf der Leiten, bei denen wagemutige Wintersportler jeden Alters voll auf ihre Kosten kommen. Auch beim Trödelmarkt zum Volksfest lastete mit dem Bierausschank stets viel Arbeit auf den Vereinsmitgliedern.

Da sich die Motorradfreunde immer gern an die alten Zeiten erinnern, feiern sie den Geburtstag ihres Vereins regelmäßig. Vor fünf Jahren gab es die erste Burn-Out-Party und das erste Oldtimertreffen für alle Fahrzeuge sowie im Rahmen des Pfingstmarkts eine Motorradausstellung. Das 25-jährige Bestehen wurde mit einer Ausstellung, einem Torwandschießen, bei dem es ein Motorrad zu gewinnen gab, einer Hüpfburg und einer Gokartbahn begangen. An diesem Wochenende gibt es wieder eine Burn-Out-Party sowie ein Oldtimertreffen.