Draußen standen einige Bürger, die ihre Forderungen mit einem Plakat untermauerten, drinnen herrschte drangvolle Enge wegen der vielen Zuhörer: Die erste Stadtratsitzung in Freystadt nach den Ferien hatte viele Themen, die die Bürger bewegen. Doch nicht alle Punkte der Tagesordnung wurden behandelt. Enttäuschung machte sich bei denen breit, die wegen des Freystädter Baugebietes „Am Badgraben“ und der Turnhalle Möning gekommen waren. Diese Punkte wurde in die nächste Sitzung vertagt. Zum dritten unbehandelten Thema, der Umgestaltung und Sanierung der beiden Friedhöfe in Sondersfeld und Thundorf, will Dorr den Ratsmitgliedern nun schriftliche Informationen zukommen lassen.

Knapp zwei Stunden nahm in der öffentlichen Sitzung schon die Debatte über die Burggriesbacher Dorferneuerung ein. Dorr sagte dazu, dass die Sanierung bereits 2013 beschlossen worden sei. Weil es beim Amt für ländliche Entwicklung lange Wartelisten für Dorferneuerungsmaßnahmen gäbe, werde man die Pläne zur Bezuschussung im ELER-Programm (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) einreichen. Der Unterschied zum Amt für ländliche Entwicklung sei, dass hier die Anträge mit einem Punktesystem bewertet werden. Der Antrag müsse bis 30. September bei der Behörde vorliegen.

Günstiger wird’s für die Bürger in der Zukunft sicher nicht“

 

Rudolf Schiener

 

Vor der jüngsten Bürgerversammlung in Burggriesbach habe es auch ein Seminar gegeben, um die Wünsche der Bürger zu ermitteln. Zur Stadtratssitzung war nun auch wieder Planer Karl Spindler gekommen, der die Maßnahmen vorstellte und – wie in der Bürgerversammlung gefordert – eine erste, sehr vage Kostenschätzung präsentierte.

Wie Spindler betonte, sei der Untergrund der Segelaustraße sei in gutem Zustand. Die Fahrbahnbreite werde von sechs auf fünf Meter reduziert. Dafür werde ein durchgängiger, 1,50 Meter breiter Gehweg angelegt. Die Verkehrsinsel an der Jettenhofener Straße komme weg. Die Einmündungen einiger Seitenstraßen sollten mit Pflasterbelägen optisch abgesetzt werden. Doch gegen diese gepflasterten Einfahrten hatte es Widerstand in der Bürgerversammlung gegeben. So befürchten die Burggriesbacher vermehrten Verkehrslärm wegen des Pflasters. Spindlers Gegenargument lautet, das Pflaster werde gestalterische Punkte bei der Antragstellung bringen. Der Planer schlug aber Pflaster mit glatter Oberfläche vor.

Was die Kosten angeht, rechnet Spindler derzeit mit 1,3 Millionen Euro, von denen eine Million Euro zuschussfähig sei, und zwar mit 50 Prozent. Etwa 800 000 Euro seien daher von der Stadt zu tragen. Davon würden wiederum rund 150 000 Euro auf die betroffenen 44 Anwesen umgelegt für Gehsteig- und Grünmaßnahmen. Als Bemessungs-kriterien für die einzelnen Eigentümer werden Grundstücksgröße sowie Geschossflächen eingesetzt.

Hans Gerngroß sagte, dass die Fraktion der Freien Wähler ernüchtert sei, dass sich so viele Burggriesbacher Bürger in der Versammlung gegen die Pläne aussprachen. Trotzdem müsse man dran bleiben und die 50-prozentige Förderung beantragen. Gerngroß’ Vorschlag gegen die Pflasterung lautete Flüsterasphalt in einer anderen Farbe. Bürgermeister Dorr entgegnete, dass eine Pflasterung für die Förderstelle „werthaltiger als ein anderer Belag“ sei. Und Planer Spindler bezeichnete einen farbigen Asphalt als nicht dorfgerecht.

Der Bürgermeister erklärte auf Nachfrage nochmals, die Wasserleitung in der Straße lasse der Wasserzweckverband auf Verbandskosten austauschen. Die Überprüfung der relativ neuen Abwasserleitungen geschehe auf Kosten der Stadt. Stellvertretender Bürgermeister Rudolf Schiener schwor das Gremium nochmals ein: „Bringen wir die Maßnahme über die Bühne. Günstiger wird’s für die Bürger in der Zukunft sicher nicht“ und erntete letztlich Einstimmigkeit. Die Stadt wird nun aber warten müssen, ob die Burggriesbacher Dorferneuerung im ELER-Programm gleich an die Reihe kommt oder ob der Antrag nächstes Jahr erneut gestellt werden muss.