Ausstellung Lichtblicke
Die Ausstellung „Lichtblicke - Fotokunst im Café Grimm“ mit Werken von Franz Netter und Heinz Ripka ist bis zum 8. November zu sehen.
Unterburger
Hilpoltstein

Franz Netter und Heinz Ripka haben sich seit ihrer Jugend dem Metier Fotografie verschrieben. Ihre insgesamt 23 ausgestellten Bilder zeigen einen Querschnitt des Schaffens der vergangenen Jahre. Ihre Bilder nennen die Fotografen "Eisenhammer", "Asiatisches Mädchen", "Abstrakt 1", "Bei Vollmond", "Maybach", "Kirschner 12" oder auch "African Queen", "Gischt", "Brandung" und "Alles fließt". Die beiden verzichten bewusst auf die Farbvielfalt. Die Reduktion auf Grauwerte legt die Aufmerksamkeit auf den grafischen Inhalt. Durch Weglassen der - in ihren Augen - "störenden" Farbinformation wird der Inhalt hervorgehoben und das Foto gewinnt an Aussagekraft.

Fotografie wird oft als Abbild der Realität gesehen. "Sie ist jedoch bei weitem mehr", sagen Franz Netter und Heinz Ripka. "Ein gutes Foto zeigt nicht nur einen kleinen Ausschnitt von dem, was ist, es erzählt eine Geschichte oder vermittelt die Gefühle und Empfindungen des Fotografen." Mit anderen Worten: Fotografie ist längst zu einem Medium geworden, das eine große künstlerische Gestaltungsfreiheit ermöglicht.

Franz Netter, Jahrgang 1948, war Berufsschullehrer in Neumarkt. Er fotografiert seit seiner Jugendzeit. Obwohl er mit analogen Kameras intensiv fotografiert hat, trauert er dieser Technik nicht nach. Mit der digitalen Fotografie sind für ihn die künstlerischen Möglichkeiten gestiegen. Bei der Landschaftsfotografie sind seine Kameras, Fotofilter und das Berlebach-Stativ ständige Begleiter. Die Street- und Personenfotografie machen ihm in letzter Zeit immer mehr Freude. Da er kein Freund der digitalen Nachbearbeitung ist, beschränkt er sich weitgehend auf die Gestaltungsmöglichkeiten mit der Kamera. Fotografie ist für ihn nicht Reportage, sondern der Versuch, durch seine Bilder seine Visionen beim Betrachter ankommen zu lassen.

Heinz Ripka, ebenfalls Jahrgang 1948, ist der Vorsitzende der Fotofreunde Hilpoltstein. Vor drei Jahren hatte er bereits eine Ausstellung im Café Grimm. Seit seiner Schulzeit lässt ihn die Fotografie nicht mehr los. In Roth fand er vor über 30 Jahren eine Gruppe Gleichgesinnter und so wurde er Mitbegründer des Rother Fotoclubs. 2013 hat sich auch in Hilpoltstein eine Gruppe engagierter Hobbyfotografen zusammengefunden und 2014 die Fotofreunde Hilpoltstein gegründet. Ripkas Vorlieben liegen in der Landschafts- und Architekturfotografie. In der letzten Zeit hat er auch die Street- und abstrakte Fotografie schätzen und lieben gelernt.

Da für ihn die digitale Nachbearbeitung den gleichen Stellenwert wie der Akt des Fotografierens hat, sind Bearbeitungsprogramme für ihn unverzichtbar, ganz besonders bei der Umwandlung in Monochrom (Schwarzweiß). Fotografie ist für Ripka eine Art von Meditation. Dabei kann er sich voll auf das Motiv konzentrieren und die störende Umwelt weitgehend ausblenden.

Ripka und Netter haben für sich den Anspruch, mit den sorgsam komponierten Bildern einen Gegenpol zur schnellen Smartphonefotografie zu schaf-fen. Das Fotografieren wird durch die Verwendung eines Stativs und dem Ausschalten der Automatiken entschleunigt. "Nur so kann der persönliche Ausdruck im Foto entstehen", sind die beiden überzeugt.